Die A-2 Fliegerjacken

Die A2 Fliegerjacke

Die Militärkleidung hatte in der Vergangenheit immer wieder Einfluss auf die klassische Herrenmode. So stammt der British Warm, der Trench Coat oder der Guards Coat vom britischen Uniformmantel ab. Ebenso gibt es einzelne Designmerkmale wie beispielweise Epauletten (Schulterklappen), welche man immer wieder an Hemden, Jacken oder Mänteln sehen kann.

Die  A-2 Fliegerjacke

Kurze Originalversion der A-2 Fliegerjacke

Kurze Originalversion der A-2 Fliegerjacke

Die Fliegerlederjacke ist ein Kleidungsstück, welches sich zunächst im militärischen Bereich und später in der Zivilkleidung zu einem zeitlosen Klassiker entwickelt hat.

Spricht man heute von einer Fliegerjacke -oder Blouson, so handelt es sich dabei in der Regel um eine mehr oder weniger abgewandelte Version der klassischen A-2 Jacke.

Sie ist mit Abstand das bekannteste und beliebteste Modell und gilt gewissermaßen als die Ur-Fliegerjacke. In Anbetracht der recht kurzen Herstellungszeit der klassischen A-2 Jacke ist es recht erstaunlich, welche Popularität diese Jacke erlangt hat.

Die Geschichte der A-2

Das “Jacket, Flying, Type A-2,” wie die korrekte Bezeichnung lautet, wurde 1931 als Nachfolger der A-1 für das fliegendes Personal im damaligen U.S. Army Air Corps eingeführt.

Konstruiert wurde die Jacke für den Gebrauch unter Dienstbedingungen. Die Fixierung von Taschenpatten und Kragenflügel mit kräftigen Druckknöpfen ist dem Flug im damalig offenen Cockpit geschuldet. Der Kragen kann mit einer Metalloese vollständig geschlossen werden, und sorgte für einen gewissen Windschutz. Der schlanke Schnitt und die einfache Oberfläche eigneten sich zudem gut für die Arbeit im engen Cockpit.

A2 Bild aus dem Buch GEAR UP

A2 Bild aus dem Buch GEAR UP

Wesentliche Designmerkmale sind die zwei zur Seite hin positionierten Fronttaschen mit spitzer Lederpatte, eng anliegender, gehäkelter Stoffbund und Manschetten aus Wolle, jeweils ein genietetes Belüftungsloch unter jeder Achsel, Schulterklappen, sowie der Hemdähnliche Button-down Kragen.

Der hochwertigere Reissverschluss (Crown, Kwik, Talon oder Conmar) gilt als eine Verbesserung zum Vorgängermodell, welches geknöpft wurde. In der klassischen Version verfügt die A-2 weder über Einschubtaschen noch Innentaschen.

Der Schnitt war für den jungen, schlanken Mann der 30er Jahre ausgelegt und ist körperbetont eng mit legerer Schulterlinie. Die Jackenlänge ist relativ kurz, so das ein passender Sitz in Verbindung mit den zeittypischen Hochbundhosen gewährleistet ist. Sie verleiht der A-2 das so typisch schnittige und smarte Aussehen.

Auch hinsichtlich der Fertigung bietet die A-2 interessantes. Besonders ist das aus einem Lederstück gefertigte Rückenteil, ein wesentliches Merkmal. Durch die damit ausbleibende Rückennaht ergibt sich eine sehr klare Optik. Die Ärmel bestehen aus zwei Lederteilen, die Brustpartien sind jeweils aus einen Stück gefertigt. Gefüttert wurde die Jacke mit reiner Baumwolle (manche behaupten auch mit Seide, jedoch gibt es dafür keine historischen Nachweise).

Zur Herstellung wurde in erster Linie pflanzlich -oder chromgegerbtess Pferdeleder verarbeitet, im Zeitalter der aufkommenden Automobilindustrie ein sehr günstiger Rohstoff.

Als Farbvorgabe des Leders war ”seal-brown” definiert, wobei es durch eine Vielzahl verschiedener Kontraktproduzenten allerlei Farbabstufungen des Brauntones gab. Ebenso finden sich je nach Hersteller kleine Formunterschiede an den Taschenpatten und Kragenflügeln.

Die Jacke wurde damals hinsichtlich Nachhaltigkeit und Robutstheit unter hohen Qualitätsansprüchen gefertigt, und blieb Ihrem Besitzer bei entsprechender Pflege in der Regel ein Leben lang erhalten. Sie wurde jedem Luftwaffenoffizier nach Abschluss der Basisflugschule ausgehändigt, und war dem fliegenden Personal vorbehalten. Von den Soldaten wurde sie als

Statussymbol angesehen und mit Stolz getragen. Sehr häufig wurden die Jacken mit aufgemalten Crew -oder Flugzeugmaskottchen verziert, sowie mit dem Staffelabzeichen am linken Oberarm versehen.

Einstellung der A-2 Produktion

Type A-2 Flight Jacket

Type A-2 Flight Jacket

1943 wurde die Produktion eingestellt, und auf den Ersatz von bestehenden Jacken beschränkt. Bereits in diesem kurzen Herstellungszeitraum von 1931 bis 1943 ist dieses Kleidungsstück zu einem Klassiker geworden.

Heute sind Jacken aus diesem Zeitraum begehrte Sammlerstücke und werden teilweise für viele tausend Dollar gehandelt. Auch nach über siebzig Jahren sind noch sehr viele Stücke in guter Qualität erhalten, ein Zeichen für die damalige Hochwertigkeit der damaligen Fertigung.

Wiedereinführung der A-2

Piloten in der A-2 Fliegerjacke

Piloten in der A-2 Fliegerjacke

Aufgrund der unveränderten Beliebtheit und Nachfrage wurde die ”A-2 Fliegerjacke” 1988 in der US Luftwaffe wieder eingeführt. Im Vergleich zum klassischen Modell war diese Version deutlich weiter geschnitten, und erlaubte eine größere Bewegungsfreiheit. Diese Jacken sind ausschließlich aus Ziegenleder in einheitlichem Braunton sowie synthetischen Materialien gefertigt. Im Zuge einer weiteren Überarbeitung einige Jahre später wurden zur verbesserten Funktionalität nun auch seitliche Einschubtaschen sowie eine Innentasche hinzugefügt. Die Fronttaschen wurden vergrößert und mehr zur Mitte positioniert, und wirken hier zu dominant. Alles in allem hat sich der bestechende Charakter der klassischen ”A-2” durch die Designveränderungen verloren.

Glücklicherweise ist das alte Modell aber auch heute noch zu bekommen.

Reproduktionen für den zivilen Bereich gibt es bereits seit vielen Jahren, und einige Hersteller verfügen über mehrere Jahrzehnte Erfahrung. Nichtsdestotrotz sollte man vor einem Kauf einer ”A-2” genau prüfen, ob es sich um eine authentische Nachbildung handelt und ob mit hochwertigen Materialien gearbeitet wurde. Besonders im unteren Preissegment gibt es viele schlechte Nachahmungen minderer Qualität.

Einige wenige Firmen reproduzieren nach historischen Vorlagen und fertigen authentische Modelle in allerhöchster Qualität. Zu finden sind sowohl exakte Kopien der Weltkriegsversionen, als auch Jacken im alten Schnitt mit mehr Funktionalität, etwa zusätzlichen Taschen. Diese hochwertigen Reproduktionen liegen preislich in der Regel zwischen $500 und $1000.

Wer einmal eine solche Jacke besitzt, wird sie nicht mehr missen wollen. Vor allem im Frühjahr und Herbst eignet sich die Jacke ideal, der Tragecomfort ist hervorragend und der besagte Schnitt gibt eine schnittige Linie. Kombinieren lässt sich die Jacke sehr gut mit klassischen Jeanshosen oder Chinos. Die detailreduzierte und hochwertige Optik der A-2 erlaubt aber ebenso die Kombination mit farblich passenden Bundfaltenhosen, eine äußerst gelungene Verbindung wie ich finde.

Mit ”Eastman Leather Clothing” werden wir Ihnen in einem weiteren Artikel einen ausgeschrieben Spezialisten für hochwertigste Reproduktionen des ”A-2 Flight Jackets” vorstellen.

Quellen:
Gear Up. Flight Clothing & Equipment of USAAF Airmen in World War II
Gary Eastman, Eastman Leather Clothing
 Weitere Informationen finden sich auch im acme depot und im retrospect magazine.
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