Paspeltaschen oder Pattentaschen – das ist die Frage

von am 21. April 2010 in Anzüge, Garderobe, Kleidung, Sakkos

Paspeltaschen oder Pattentaschen – das ist die Frage
Paspeltasche
© Gentleman's Gazette LLC - Alle Rechte Vorbehalten.

Ursprünglich war genau vorgegeben, wann ein Sakko Taschenpatten zu haben hatte und wann nicht. In der Regel hatten deshalb alle „korrekten“ Anzüge keine Taschenpatten sondern lediglich paspelierte Taschen. Unter korrekt verstand man alle Sakkos mit Spitzrevers,  sowie alle formellen Anzüge.  Deshalb kann man z.B. an einem stilechten Smoking niemals Patten finden. Auch der für formelle Tagesveranstaltungen vorgesehene Stresemann hat deshalb keine Patten.

Dagegen wurden für alle legeren, eher praktischen Sakkos Pattentaschen vorgesehen, was allein schon deshalb Sinn machte, da der Tascheninhalt durch die zusätzliche Klappe vor Verlust geschützt war. Als leger wurden dabei alle Kombinationen und Sakkos mit fallendem Revers angesehen. Bei Sakkos mit aufgesetzen Taschen wurden die Patten dagegen aus optischen Gründen manchmal weggelassen. Um den Inhalt der Tasche trotzdem vor dem Herausfallen zu schützen wurde oftmals auf der Tascheninnenseite ein Knopf mit einem entsprechenden Knopfloch angebracht.

Heute wird die Unterscheidung zwischen korrekten und legeren Anzügen kaum mehr vorgenommen. Das liegt wohl zum einen daran, dass die allermeisten Sakkos oder Businessanzüge fallende Revers aufweisen und die Patten heute häufig so gearbeitet sind, dass man sie problemlos in die Taschen einklappen kann. Nur beim Smoking sollte man nach wie vor auf die Patten verzichten um erst garnicht in Versuchung zu kommen sie zu benutzen. In meinen Augen ein schönes Detail beim Smoking sind Paspeln aus Seide oder Satin, je nachdem was auf die Reversspiegel aufgebracht wurde.

Sollten Sie nun demnächst einen Sakko mit Spitzfasson tragen, versuchen Sie einmal die Patten in den Taschen zu versenken, und fragen Sie sich ob das nicht vielleicht so besser aussieht.

GD Star Rating
loading...
Paspeltaschen oder Pattentaschen - das ist die Frage, 5.0 out of 5 based on 1 rating

Print article


© 2010-2012 - Gentleman's Gazette LLC - Alle Rechte vorbehalten

Wenn Sie unsere Bilder inspirieren, dürfen Sie diese gerne auf Ihrer Website nutzen aber bitte linken Sie auf die Gentleman's Gazette zurück.

2 KommentareKommentieren

  • Batur Gülergün - 1. Juni 2010 Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wenn Sakkos Pattentaschen haben, soll man die Klappen nach außen tragen oder nach innen verstecken? Gibt es eine “Kleiderordnung” in dieser Hinsicht?
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Mit besten Grüßen
    Gülergün

    • Sven Raphael Schneider - 1. Juni 2010 Antworten

      Lieber Herr Gülürgün,

      leider gibt es keine absolute und allgemeingültige Kleiderordnung die Ihre Frage abschließend beantworten könnte, denn es kommt stets auf den Sakko bzw. Anzug und seinen Charakter an um zu entscheiden ob man die vorhanden Patten besser innen versteckt oder nicht. Als Faustregel gilt jedoch, je korrekter und formeller der Sakko oder Anzug, desto eher sollten die Patten versteckt werden.
      Konkret bedeutet das:
      Wenn Sie z.B. einen Smoking tragen, dann darf dieser keine Patten haben – in diesem Fall sollte man die womöglich vorhandenen Patten also in jedem Fall nach innen klappen.

      Bei einem dreiteiligen, dunklen Anzug mit Spitzrevers, sieht es meist wohl auch besser aus, wenn man die Patten innen versteckt.

      Sollten Sie einen einreihigen, zweiteiligen Anzug mit fallendem Revers tragen, dann bleibt es ganz Ihnen überlassen ob Sie die Patten nach innen klappen oder nicht.

      Bei einem karierten Sportsakko wird es wohl meist besser aussehen, wenn Sie die Patten NICHT verstecken.

      Sollten nun weiterhin Unklarheiten bestehen, lassen Sie es mich wissen.

      Viele Grüße,

      Sven Raphael Schneider

1 Trackback

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen