Sommer Outfit Apparel Arts

Sommer Kombination – Apparel Arts 1933 von Laurence Fellows

Angesichts des bevorstehenden Sommers und der vereinzelt aufblitzenden Sonnenstrahlen, widmen wir uns heute einem sommerlichen Outfit von Laurence Fellows aus der Zeitschrift Apparel Arts von 1933. Das Herzstück dieser Kombination bildet die schwarz-weiß gemusterte Flanellhose Hose sowie der braune zweireihige Gabardine Sakko.

Pepita Hose

Das Muster der Kammgarn-Flanellhose im Bild soll ein Pepitamuster (im Englischen Shepherd’s Check) sein, welches dem Hahnentrittmuster ähnelt, jedoch im Unterschied zu diesem weichere Übergänge von schwarz zu weiß hat. Der Schnitt der Hose ist gemessen an heutigen Standards sehr voll und weist vermutlich zwei Bundfalten auf. Der Umschlag beträgt wohl um die 4cm und ist nicht besonders groß wobei die Hose so kurz ist, dass sie nicht auf den Schuhen aufliegt sondern die Socken herausschauen lässt. Gerade im Sommer scheint eine solche Länge vorzugswürdig, da so die Knöchelpartie etwas besser belüftet wird.

Gabardine Sakko

Der dunkelbraune Gabardine Sakko ist ein 6×2 Zweireiher bei dem die Knöpfe horizontal verhältnismäßig weit auseinanderliegen. Dies ist im Sommer nur bedingt zu empfehlen, da einem durch die zwei Lagen Stoff über die ganze Breite eher warm werden wird. Die Revers sind typisch im Stile der 30er Jahre geschnitten und sehr breit mit einem leichten Bauch. Der Kragen ist nicht kurz und die Reversspiegelnaht liegt im Gegensatz zu vielen modernen Anzügen weiter unten, was sehr klassisch wirkt.  Der Schließknopf sitzt leicht über der Taille und sorgt zusätzlich dafür, dass die Beinlinie sehr lang und elegant wirkt. Die unteren Pattentaschen liegen harmonisch auf Höhe des untersten Knopfpaares wobei die Ticket- oder Kleingeldtasche unterhalb des Schließknopfes liegt.  Typisch für die 30er Jahre hat der Sakko eine ordentliche Taillierung sowie breit geschnittene Schultern und eine gewisse Fülle in der Brust. Interessanterweise sitzt die Brusttasche in normaler Höhe trotz des breiten Revers recht weit außen – heute würde sie wohl eher vom Revers überschnitten werden und weiter im Zentrum platziert sein.

Hemd

Das hellblaue, offenporige Baumwollhemd mit einem klassischen Umlegekragen passt sehr gut zum Outfit, könnte aber auch z.B. durch ein elfenbeinfarbenes Hemd ausgetauscht werden. Im Sommer haben einfache Sportmanschetten gegenüber Doppelmanschetten den Vorteil, dass nur ein Lage Stoff ums Handgelenk gewickelt ist, weshalb sie sich kühler tragen als ihre doppellagigen Pendants.

Accessoires

Auffallend sind hier die recht breite gelb-orangerot gestreifte Fliege sowie der Boater Hut mit seinem marineblau-burgundrot gestreiften Band. In Kombination mit dem aufällig herausstehenden Einstecktuch wirkt dieses Ensemble auf den einen oder anderen vielleicht ein wenig überladen,  was vor allem an dem heute nur noch sehr selten präsenten Boater Hut liegt. Angenommen Sie tauschen den Hut gegen eine Sonnenbrille und evtl. die Fliege gegen einen Krawattenschal oder eine Krawatte, dann ist das Outfit aber auch heute problemlos tragbar. Die weißen Lederschuhe mit roter Gummisohle unterstreichen dabei den legeren Charakter.

Wer im Hinblick auf die höheren Temperaturen keinesfalls einen Zweireiher tragen möchte, der könnte auch in Erwägung ziehen einen einreihigen Pepitasakko mit einer braunen Gabardine Chino zu tragen – dies sähe in meinen Augen mindestens genauso gut aus. In jedem Fall inspiriert diese Zeichnung dazu, seiner Kleidung auch im Sommer  eine elegante Note zu verleihen.

Bild: ©Apparel Arts 1933
4 Antworten
  1. Claudia Klöser
    Claudia Klöser says:

    Lieber Herr Schneider,
    vielen Dank für die wunderbare Biografie über Eelking. Ich arbeite derzeit an einer Dissertation zum Thema Herrenkleidung und Herrenmodezeitschriften der 1920er Jahre. Einen großen Teil der Arbeit soll die Zeitschrift: “Der Modediktator” und sein Herausgeber Eelking einnehmen. Bei meiner Recherche musste ich leider feststellen, dass es nicht so einfach ist fundierte Quellen zu Herrn Eelking zu finden. Deshalb hoffe ich auf Ihre Mithilfe und wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir Ihre Quellen nennen, bzw. zur Verfügung stellen könnten. Ebenso würde ich mich über weitere Quellen zur Herrenmode der 1920er Jahre und entsprechende Herrenmodezeitschriften freuen und hoffe auf einen regen Austausch. Lieben Dank im voraus.
    Mit freundlichen Grüßen
    Claudia Klöser

    Antworten
  2. Anonymous
    Anonymous says:

    Hallo,
    ist es tragbar im Sommer zu einer hellen Leinenhose mit ebensolchem Sakko ein kurzärmeliges Hemd in Rottönen,
    Schuhe in cognac mit weiß, Budapester Muster zu tragen und dazu eine burgunderrote Fliege mit passendem Einstecktuch?
    Kein offizieller Anlaß, kein vorgegebener Dresscode. Möchte nicht im Schwarm schwimmen, mich aber auch nicht
    lächerlich machen. Was geht?

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] auch diese Sommeroutfits, das Lovat Sommer Sakko sowie die Beiträge über Sommer Accessoires sowie Outfits anschauen. jQuery(document).ready(function($) { […]

  2. […] und Bekleidungsmagazine der 1920er und 1930er Jahre die Rede ist, dann fällt häufig der Name Apparel Arts und Esquire. Diese amerikanischen Herrenmagazine enthalten in der Tat viele tolle Zeichnungen, […]

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