Drape

Der English Drape Stil

Der Englisch Drape Stil ist heute nach wie vor ein sehr umstrittenes Thema. Während die einen Herren den Komfort sowie die Bewegungsfreiheit des Drape Stils hervorheben und deshalb nur noch diese Silhouette tragen, wird sie von anderen verabscheut.

Oft wird der niederländische Schneider Frederick Scholte als Erfinder des Drape Stils genannt. Ob dies tatsächlich zutrifft oder nicht, soll jedoch nicht im Fokus dieses Artikels stehen.

Was versteht man unter dem Drape Stil?

Der Ausdruck „Drape“ leitet sich aus dem französischen Wort „drap“ ab was schlicht und ergreifend „Tuch“ bedeutet. Simpel ausgedrückt versteht man unter Drape die Art und Weise wie Stoff von der Schulter bzw. der Taillenlinie hängt.

Der Englische Drape Stil bezeichnet den Schnitt eines ein- oder zweireihigen Sakkos oder Mantels, welcher zum einen eine füllige Brustpartie aufweist die eine vertikale Falte neben dem Armloch auf der Vorderseite entstehen lässt, und zum anderen eine ausgiebige Fülle über dem Schulterblatt.

Im folgenden zwei Grafiken aus der Zeitschrift Apparel Arts von 1935:

1. Die amerikanische Interpretation des Englischen Drape (Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern):

Achten Sie auf die Details: Der Sakko hat breite Schultern, kleine Fältchen im Ärmel, eine füllige Brust und daraus resultierende vertikale Falten; die starke Taillierung lässt die Brust noch fülliger erscheinen, als sie es ohnehin schon ist und die Schöße fallen fast in einer Glockenlinie.

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2.  Eine weniger füllige Version des English Drape mit weniger Falten welcher als London Lounge bezeichnet wird (Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern):

Im Vergleich zum vorherigen Sakko: Keine Fältchen im Ärmel, etwas weniger Fülle über der Brust und deshalb nur eine vertrikale Falte je Seite gleich neben dem Armloch, ein tiefer gelegener Schließknopf sowie einer weniger starke Taillierung führt zu geraderen fallenden Schößen.

Wenn Sie im folgenden auf den Link klicken, können Sie einen Artikel aus der Apparel Arts von 1932 im Original lesen, der sich mit der Einführung des Drape Stils in den USA beschäftigt. Dort  streicht man die große Change für Herrenausstatter heraus, aufgrund des neuartigen Stils endlich wieder gute Geschäfte machen zu können. Der drastische Bruch des Drape Stils in der Anzugsilhouette im Vergleich zu früheren Anzügen birgt aber auch gerade zu Beginn die Gefahr von Absatzschwierigkeiten, da der amerikanische Gentleman von 1932 diesen Drape Stil einfach noch nicht versteht. Die Lösung dieses Problems, welche im übrigen nicht allzu sehr von heutigen Marketing Strategien in diesem Bereich abweicht: Verkaufen Sie diesen Stil zunächst den Damen, dann werden die Herren bald folgen!

Artikel über den Drape Stil – Apparel Arts 1932.

5 Gedanken zu „Der English Drape Stil“

  1. Ich fürchte mir geht es wie den amerikanische Gentleman von 1932. Not my cup of tea, ist mir zuviel Volumen rund um den Oberkörper. Ein körpernaher Schnitt schließt ausreichende Bewegungsfreiheit nicht unbedingt aus. Cheers Jasper

  2. Der London Lounge ist ja schon etwas gemäßigter als der English Drape im Bild. Allerdings bevorzuge ich auch weniger Fülle über der Brust. Exzellente Bewegungsfreiheit ist natürlich auch bei einem körpernahen Schnit möglich und ein Drape Cut ist nicht per se komfortabel – dieser Aspekt wird aber meist von den Befürworten des Drape betont.

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