Details der Frühjahrskleidung

Im Zuge unsere Serie über Frühjahrsmoden in den 30er Jahren möchten wir heute unser Augenmerk auf wenige Details richten. Die Modezeichnungen hierzu stammen aus der Apparel Arts von 1934 und geben einen Ausblick auf die Frühlingsmode des Jahres 1935.

Wer elegant gekleidet sein möchte, kann dies nicht nur an einzelnen Punkten festmachen – vielmehr zählt die Gesamterscheinung. Nur wenn alle Einzelteile zusammenspielen erzielt man ein gutes Outfit. Nun könnte man natürlich fragen, weshalb wir uns dann heute lediglich auf die Details fixieren. Nun, das liegt daran, dass man mit bestimmten Details in seiner Erscheinung Akzente setzen kann, die das ganze einerseits individuell hervorheben ohne andererseits zu auffällig oder gar geckenhaft zu wirken. In dieser Hinsicht bieten gerade ältere Modezeichnungen meist viel Inspiration

Der graue Homburg

Lassen Sie uns mit einem etwas außergewöhnlichen Hut beginnen, dem grauen Bowler. In Deutschland auch unter dem Namen Melone bekannt (in England auch als Coke und in den USA als Derby), sieht man selbst das bekanntere schwarze Exemplar eigentlich nur noch extrem selten auf den Straßen. Dies gilt erst recht für den grauen Homburg. Genau wie der graue Zylinder, war der graue Homburg ursprünglich auf der Pferderennbahn zuhause.  Heute könnte man sein Einsatzgebiet wohl auf alle Außengelegenheiten ausweisen, vor allem wenn Gras im Spiel ist, wie. z.B. auf Gartenparties. Jedoch gilt es zu bedenken, dass nicht jeder in einer Melone vorteilhaft aussieht und der graue Bowler daher eher etwas für fortgeschrittene Herren ist, die gerne Hut tragen und nun einmal etwas Abwechselung in Ihren Hutalltag bringen möchten.

Der Teleskophut

Als nächstes möchten wir kurz auf den Telekop Hut zu sprechen kommen. Mit seiner umgeklappten Krempe sowie seiner hohen, rundkantigen Krone ist er definitiv eher informeller Natur weshalb er ursprünglich für die Freizeit auf dem Land vorgesehen war, jedoch weniger in der Stadt. Heute würden wohl nur die allerwenigsten eine solche Unterscheidung bei Hüten vornehmen, sodass Sie ihn eigentlich überall tragen können.

Die Tweed-Mütze

Wenn Sie es noch legerer mögen, kann ich Ihnen eine Tweedkappe empfehlen 1935 waren diese in Braun- und Grautönen sehr beliebt. Damit liegt man auch heute nicht verkehrt wobei sie ihrer Fantastie farblich praktisch keine Grenzen setzen müssen.  Wenn Sie sich das Bild genau anschauen erkennen Sie zudem, dass das Hemd einen Kontrastkragen hat. Normalerweise kennen wir heute eigentlich nur weiße Kontrasträgen aber in diesem Fall wurde ein unifarbenes Hemd mit einem gemusterten Kragen kombiniert! In meinen Augen kann dies gerade in der Kombination mit Tweed sehr gut aussehen. Leider wird man ein derartiges Hemd nirgendwo von der Stange finden , sondern nur beim Hemdenschneider. Achten Sie auch auf die Kragennadel,welche die Kragenschenkel zusammenhält und gleichzeitig die Krawatte in einer eleganten Weise leicht emporstehen lässt.

Der Monk

Den Monk Schuh gibt es zwar schon eine Weile aber zurzeit scheint dieses Modell vor allem mit einer Doppelschnalle beliebt zu sein. Im Jahre 1935 war ein regulärer, einschnalliger Monk noch sehr modisch und mir gefällt ein klassischer, einschnalliger Monk nach wie vor sehr gut. In der Regel lassen sie den Fuss lang erscheinen, da auf dem Vorderblatt keine Schnürung angebracht ist, sondern lediglich eine Knöchelnahe Schnalle. Wenn Sie also nicht unbedingt mit dem Strom schwimmen möchten, sollten Sie über die Anschaffung eines einfachen Monk Schuhs nachdenken. Sicher ist, dass sie solch ein klassisches Modell sicher auch in 10 Jahren noch gern tragen, während man dies beim zweischnalligen Monk noch nicht so genau weiß.

Chukka Boots

Der Buckskin Chukka Boot war 1935 vor allem bei Pferdeliebhabern in Long Island beliebt, von wo aus er den Siegeszug in Amerika antrat. Auch heute noch kann man ihn an den Füßen vieler Männer erspähen. Vor allem in Rauleder ist der Chukka Halbstiefel ein idealer Freizeitschuh.

Der Cardigan

Ebenfalls populär zeigte sich damals der Strick-Cardigan in auffallenden Farben. Modebewusste Studenten aus Harvard und Princeton trugen ihn voller Stolz. Das Modell, welches Sie im Bild sehen können ist verglichen zu heuten Cardigans recht kurz. Das liegt daran, dass damals die Hosen auf Taille getragen wurden. Um nur den Bund, vom Cardigan zu bedecken genügte ein solches kurzes Exemplar. Heute ist es dagegen Mode, die Hose auf den Hüften zu tragen und so hat sich auch der Cardigan nach unten hin verlängert. Vorsicht ist nur geboten, wenn man einen heutigen Cardigan mit einer auf  Taille geschnittenen Hose trägt, da in diesem Fall zuviel von der Vorderhose verdeckt wird, was komisch aussieht.

Breitgerippte Kordweste

Eine weitere Neuheit war 1935 die breitgerippter Kordweste. In diesem Fall sehen wir ein einreihiges Modell ohne Kragen, dafür mit Pattentaschen. Der unterste Knopf der Weste ist dabei ungeknöpft. Diese Art von Kord ist heute nicht von der Stange erhältlich und so bleibt einem nur der Gang zum Schneider.

Die zweireihige Weste

Zudem  kam damals die Mode auf, zweireihige Westen auch mit einreihigen Sakkos und fallenden Revers zu kombinieren. Bis dato trug man die zweireihigen Westen nur mit den etwas förmlicheren Sakkos mit Spitzrevers. Heute ist es sehr schwierig Quellen für zweireihige Westen  aufzutun. Erst kürzlich stolperte ich über den englischen Anbieter Sutlers, welcher zwar primär Replikas antiker Kostüme anbietet, jedoch auch eine eine Vielzahl von zweireihigen Made-To-Order Westen im Repertoire hat. Angesichts der günstigen Preise sowie dem mangelnden Angebot an zweireihigen Westen, scheint Sutlers wirklich einen Versuch wert zu sein.

Sportsakko mit Fensterkaro

Abschließend sollten wir noch einen Blick auf den Tweed-Sportsakko mit Fensterkaros werfen. Der Schließknopf ist sehr weit oben angebracht. Die Taschen sind angeschrägt und an den Ärmeln finden wir lediglich zwei Knöpfe. All das sind die besten Anzeichen dafür, dass es sich um einen informellen Sakko handelt, welcher z.B. kombiniert mit einer unifarbenende Hose und einem buntbedruckten Seidenschal  sowie Monks ein ideales Frühlingsoutfit abgibt.

Hoffentlich haben Sie durch unseren Beitrag die ein oder andere Inspiration erhalten mit der Sie nun ihre Frühjahrsgarderobe aufpeppen können. Jetzt müssen Sie nur noch nach draußen gehen und den Frühling genießen!

 

 

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