Financial Times Deutschland

Bespoke Consulting – Artikel in der Financial Times Deuschland

In der Ausgabe der Financial Times Deutschland vom 2. Juli 2010 wurde ein ganzseitiger Artikel über Herbert Strickers Bespoke Consulting abgedruckt! Ebenfalls fand die Gentleman’s Gazette Erwähnung – wir sind entzückt, dass unsere erste Nennung in der Presse gleich bei einem so renommierten Blatt erfolgt.  Den Artikel „Italien, maßeshalber“, welcher von der freien Autorin Nina Anika Klotz für die FTD verfasst wurde, haben wir für Sie eingescannt (bitte Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern)

Textauszüge dieses FTD Artikels von Frau Klotz Artikels finden Sie hier:

„Das Schlimmste, was einem Schneider passieren kann, sagt Adamo De Togni und wirft einen Blick nach oben Richtung Mutter Gottes – möge sie ihm verzeihen! – ist, wenn der Kunde seine Frau mit zur Anprobe bringt. Die Signoras wissen alles besser und immer gibt es Diskussionen. Wenn allerdings ein italienischer Schneider und sein Sohn an einem Kunden herumzerren, mamma mia, dann gibt es auch dibattimento: Der Vater zippelt parlierend am Hosenbein, der Sohn, Adamo, murrt vor sich hin während er Stecknadeln in den Kragen rammt. Der Kunde versteht nur quattro stagioni – er kommt aus Deutschland, ist aber zum Glück ohne Frau da.

Tim K. aus Weimar sieht müde aus. Für die Anreise mit Billigflieger und Mietwagen musste er sehr früh aufstehen. Heute Abend geht es wieder zurück. Es ist sein zweiter Shoppingtrip nach Italien zur Schneiderei, und weil zu Hause niemand von seinem teuren Hobby wissen soll, bleibt er lieber anonym. „Irgendwann ergab sich die Notwendigkeit für Maßgeschneidertes“, sagt er, oder einfacher ausgedrückt: „Alles andere sieht doof aus. Was man in Deutschland im Laden kaufen kann, sind Anzüge für Kartons.“ Tim ist kein Karton, im Gegenteil, er ist sehr schmal gebaut – und normale Anzüge von der Stange sind ihm zu weit geschnitten. Maßkonfektion, also die Kompromisslösung aus Massenfertigung und Schneiderhandwerk, findet er ebenfalls nicht optimal – und ist damit einer Meinung mit Max B., Beteiligungsmanager in einem großen Medienunternehmen. „In Maßkonfektionen fühle ich mich oft wie in einer Ritterrüstung.“, sagt er. „Weil sie innen geklebt statt genäht sind, passen sie sich dem Körper nicht an.“ Max ist aus Berlin angereist, bei De Togni hat er unter anderem einen Smoking in Auftrag.“…

„Das große Problem ist freilich: Wie bitte findet der gewillte, junge Bespoke-Kunde aus Deutschland einen wie De Togni in Raldon, einem 3.300-Seelen-Dorf, 20 Autominuten von Verona, regional berühmt einzig für sein alljährliches „Festival della Pizza“? Woher soll der Fremdling wissen, dass Luciano De Togni mit seinem Sohn Adamo hier in einer Ein-Zimmer-Nähstube seit 48 Jahren so exzellente Anzüge schneidert, dass die Dottores aus Milano scharenweise zu ihm kommen?

Seine Suche nach dem italienischen Schneider hat auch Tim im Internet begonnen – und dort in einem Forum Herbert Stricker kennengelernt, einen in Italien aufgewachsenen Modekenner und Geschäftsmann. Stricker organisiert Gruppenreisen nach Italien und bietet individuelle Bespoke-Beratung über seine Website an. Auf Wunsch nimmt er sich der Maßanzugfans ohne Italienischkenntnisse an, um ihnen erstens Leute wie De Togni vorzustellen und zweitens bei der Bestellung zu helfen. Sprachlich. Und wenn es sein muss, auch als Ersatz für die Gott sei dank nicht anwesende Ehefrau, indem er Verbesserungsvorschläge einbringt und  Entscheidungen trifft.

Beinweite? Po? Schritt? Stulpen? Bitte, was sind Stulpen? Tim wirkt gestresst. Stricker entscheidet: „Sechs Zentimeter Stulpen. Va bene?“ Va bene. Was soll Tim anderes sagen, ihn überfährt ja schon die nächste Frage: Revers? Steigend? Fallend? „Muss ich dazu eine Meinung haben?“ Si! Die Schultern – wie hoch, wie breit? Neapolitanisch? Wie groß die Taschen? Wie schief? Der Abstich? Häh? Was mag ich? Wer bin ich? Und wenn ja, welche Größe?

Ihr Vorteil ist zugleich der Nachteil der Maßschneiderei: Man kann so entsetzlich vieles selbst entscheiden. Im Grunde geht alles. Alles. Nur was? Während namhafte sarti wie Gianni Campagna in Mailand ihren Hausstil durchziehen, arbeitet De Togni strickt nach den Wünschen des Kunden – so der denn a.) welche hat und b.) die ausdrücken kann.“

AUF NACH ITALIEN Experte Herbert Stricker hat seinen Onlineuaftritt unter www.gentlemansgazette.com/de, Bespoke-Forum unter www.thelondonlounge.net

Artikel: © 2010 Financial Times Deutschland, Nina Anika Klotz

Update vom 4. Juli 2010: Inzwischen ist der Artikel auch bei der FTD online abrufbar.

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