Manschettenknöpfe

I Gemelli da Polso – ein Buch für Manschettenknopfliebhaber

I Gemelli da Polso – so lautet der Titel von Leonardo Volpinis Buch, welches wir heute vorstellen. Übersetzt heißt es schlichtweg die Manschettenknöpfe. Diese wunderbaren, kleinen, mechanischen Verschlüsse bieten vor allem Männern die Möglichkeit ganz diskret Schmuck zu tragen. Ich selbst trage recht häufig Manschettenknöpfe, jedoch greife ich, wenn es sehr warm ist, stets auf reguläre Knopf- oder Sportmanschetten zurück, da mich die doppelte Lage Stoff über meinen Handgelenken sonst spürbar ins Schwitzen bringt.

Obwohl heute wieder mehr Herren Manschettenknöpfe tragen, gibt es nach wie vor wenig, was über diese schönen Stücke zu Papier gebracht wurde. Umso mehr war ich erfreut als ich auf I Gemelli da Polso stieß. Bevor wir jedoch auf das Buch zu sprechen kommen, möchte ich ein paar Worte über dessen Autor verlieren.

Leonardo Volpini

Im Jahre 1961, im Alter von neun Jahren, stand für Leonardo Volpini die Prima Comunione, die Erstkommunion, bevor und so borgte er sich zum ersten Mal ein paar Manschettenknöpfe seines Vaters. Sofort gefiel ihm das Aussehen und von nun an trug er öfter welche, wenn ihm Vater und Großvater keinen Strich durch die Rechnung machten.

Seine Eltern waren mit Leidenschaft an Antiquitäten interessiert und diese übertrug sich in der Folge auch auf Leonardo. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er zunächst für die Ritz Group Import in Bologna, wo er für den Bereich Handel und Vertrieb zuständig war. Dort kam er mit Marken wie Allen Edmonds, Willis & Geiger, Catalina sowie der für ihn wunderbaren Welt von POLO Ralph Lauren in Berührung.

Da Herr Volpini der Experte auf dem Gebiet von antiken Möbeln und Accessoires war, oblag es ihm den Ralph Lauren Show Room in Mailand jede Saison neu zu dekorieren.

In dieser Position wurde ihm klar, dass auch sein Herz voll und ganz für Antiquitäten schlug und so entschied er sich zusammen mit seiner Frau 1989 in Bologna – I Volpini – zu eröffnen, ein Geschäft für Antiquitäten.

Etwa zur gleichen Zeit begann er mit dem Sammeln von Manschettenknöpfen. Während er zu Beginn seiner Sammlerkarriere noch bevorzugt Manschettenknöpfe mit Fuchsmotiven sammelte, weitete er sein Sammelgebiet schon bald auf jegliche Arten von Knöpfen für die Manschette aus. Volpini ist übrigens italienisch und bedeudet Füchse, und so überrascht weder sein anfängliches Sammelgebiet, noch die Tatsache, dass das Firmenlogo ebenfalls aus Füchsen besteht.

Bei I Volpini finden Sie heute Austro-Hungarische Biedermeier Möbel und Gemälde mit Landschafts-, Blumen-, Tier-, sowie allerhand zeittypischen Motiven. Abgesehen davon bietet er ein breites Spektrum an Artikeln aus den Bereichen Sport, Hobbys, Jagen, Fischen etc. sowie Schmuckstücke für den Gentleman an.

I Gemelli da Polso – Manschettenknöpfe – Das Buch

Das Buch ist in drei größere Abschnitte untergliedert. Es beginnt mit Ausführungen zum Thema in italienisch, welche ich übersprang da im zweiten Abschnitt eine englische Übersetzung von Clarice Zdanski abgedruckt wurde. Auf 33 Seiten erfährt man hier allerhand über Manschettenknöpfe. Zunächst geht Volpini auf die Geschichte ein und dabei auch auf die Psychologie des Kleidens, die Entwicklung des Hemdes sowie auf Uniformen und Zivilkleidung. Der Fokus liegt dabei stets auf Manschettenknöpfen und in der Folge kommt Oscar Wilde sowie der Duke of Windsor zur Sprache und es wird beschrieben, welche Manschettenknöpfe er von Wallis Simpson bekam. Dazwischen macht er auch kurze Ausführungen zu Art Nouveau, Arts & Crafts, Jugendstil, Liberty und Wiener Werkstätte und erklärt welche Einflüsse die totalen Stilrichtungen auf Manschettenknöpfe hatten, bevor er auf das Thema Hollywood and Cuff Links zu sprechen kommt. Schließlich schreibt er ein wenig über Manschettenknöpfe mit Jagd- und Tiermotiven, Kunst & Fanatasie  Motiven sowie über Knöpfe mit Sport, Spiel und sonstigen Motiven.

Auf den verbleibenden knapp 350 Seiten befindet sich neben einer kurzen Bibliographie ein ganzes Sammelsurium an Bildern von Manschettenknöpfen aus verschiedenen Epochen, Materialien und Motiven, welche von Diego Motto aufgenommen wurden. Jedes Paar wird dabei einer Dekade zugeordnet, und Volpini versucht soweit möglich die Herkunft sowie die verwendeten Materialien zu erläutern.

Die Übersetzung aus dem Italienischen ist an manchen Stellen etwas holprig, jedoch konnte ich zu jedem Zeitpunkt die Essenz der Aussagen verstehen. Außerdem gefällt die Vielzahl an Bildern von Manschettenknöpfen, die bis dato wohl einzigartig ist. Leider ist der Text komplett von den Fotos isoliert und so passierte es mir häufiger, dass ich vor und zurück blättern musste.

Im Gesamten ist I Gemelli da Polso in meinen Augen trotzdem ein tolles Buch, welches vor allem für den Preis von nur 19,90 EUR in jedem Fall die Anschaffung rechtfertigt. Während es in Italien recht leicht erhältlich ist, hat man es außerhalb dieser Landesgrenzen schon schwieriger das Buch zu finden. Am bequemsten lässt es sich wohl über Abebooks bestellen. Inklusive Versand nach Deutschland kostet das Buch dort 27,10 EUR, was nach wie vor ein fairer Preis ist.

I GEMELLI DA POLSO

  • Taschenbuch: 399 Seiten
  • Verlag: Federico Motta Editore ; 1.. Ausgabe, Mailand 2001
  • Autor: Leonardo Volpini
  • ISBN-13: 978-8871793030

 

 

 

3 Gedanken zu „I Gemelli da Polso – ein Buch für Manschettenknopfliebhaber“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.