Gentlemans-Gazette

Ist das Plagiat die höchste Form der Anerkennung?

Das Internet ist ist ein riesiges Datennetzwerk, in welchem man unzählige Informationen „kostenlos“ erhält. D.h. man kann alles lesen, Bilder und Videos anschauen und sogar über alles in eigenen Worten schreiben. Leider wissen jedoch viele nicht, wo die Grenze zwischen kostenloser Information und einem Plagiat liegt. So drängt sich also die Frage auf: Ist das Plagiat wirklich die höchste Form der Anerkennung?

Bei der Gentleman’s Gazette legen wir großen Wert auf qualitativ hochwertige- und selbstverständlich  eigenhändig geschriebene Artikel. Natürlich muss man dafür auf Quellen zurückgreifen. In letzter Zeit hatten wir es jedoch mit einer ganzen Reihe von Plagiatsfällen zu tun und nun wollen wir Sie, liebe Leser, um ihre Meinung dazu bitten.

Textplagiate und Artikel

Die wohl unverschämteste Form des Plagiats ist das wortwörtliche Abschreiben eines gesamten Textes ohne dabei auch nur einen eigenen Gedanken einfließen zu lassen. Auch wenn man meinen könnte, dass wohl kaum jemand so dilettantisch vorgeht und schlicht „Kopieren & Einfügen“ für die Erstellung eines Artikels verwendet, so mussten wir in letzter Zeit vermehrt feststellen, dass dies für manche die Regel ist. Mal wurden verschiedene Absätze neu zusammengesetzt, mal eine ganzer Artikel von der Gentlemanäs Gazette kopiert – natürlich alles ungefragt und ohne Verlinkung auf den Urheber. Obwohl so ein Vorgehen selbst für private Blogger in aller Regel illegal sein dürfte, so findet man auch geschäftliche Websiten, die so vorgehen. Das verwundert vor allem deshalb, da das Copyright lediglich die Struktur des Text, sowie den Wortlaut schützt, nicht jedoch den Inhalt selbst!

Zum Glück gibt es jedoch inzwischen Dienste wie z.B. Copyscape, welche bei der Suche nach Plagiaten im World Wide Web sehr hilfreich sind.

Vor ca. 2 Monaten wurde z.B. unser Artikel über Baron von Eelking von vorne bis hinten kopiert. Als ich daraufhin versuchte den betreffenden Bloginhaber zu kontaktieren, blieb mir mangles Kontaktadresse nichts anderes übrig als einen Kommentar im betreffenden Artikel zu hinterlassen. Nachdem die Aufforderung den Artikel zu löschen zunächst öffentlich sichtbar war, löschte der Betreiber den Kommentar nach ein paar Tagen ohne den Artikel zu löschen.

Kopierter Francesco Maglia Text
Kopierter Francesco Maglia Text

So sahen wir uns gezwungen eine DMCA (Digital Millennium Copyright Act) Beschwerde bei Blogger einzureichen und nach einem Monat war der Beitrag nicht mehr auffindbar.

Ebenso wurde unser Artikel über Francesco Maglia Regenschirme zweimal benutzt. Ein Onlineshop machte sich ca 80% des Textes zu Eigen und veränderte lediglich Bilder sowie die Textstruktur. Als wir den Plagiator telefonisch kontaktierten entschuldigte er sich sofort und fügte einen Link zum ursprünglichen Artikel auf der Gentleman’s Gazette hinzu.

Eine andere Person nutze schließlich den Text, und formulierte die Sätze einfach um, ohne dabei die Struktur des Textes zu verändern. Auch hier wurde sofort ein Link auf unseren Artikel hinzuzufügt. Gerade wenn man bedenkt, dass man sich nicht nur von dem Artikel inspirieren lässt, sondern auch ausschließlich die Informationen des Ursprungstext verarbeitet, sollte ein Link auf den Urheber eigentlich eine Selbstverständlichkeit darstellen.

Wie Sie sehen gibt es also Mittel und Wege  seine Werke zu schützen und manchmal erhält man zudem noch Links auf den Ursprungsartikel. Zwar kann der ganze Prozess  beim ersten Mal etwas zeitraubend sein, sobald Sie sich jedoch in die Materie eingearbeitet haben, ist der Aufwand für die Abhilfe nur eine Sache von Minuten.

Kopierte Bilder

Im Gegensatz zu Text, ist es im Internet sehr viel schwieriger nach Bildern zu suchen. Einerseits gibt es Dienste wie tumblr, auf denen täglich millionenfach Bilder fremder Urheber ohne Link gepostet werden und andererseits ist dies technisch gesehen illegal. Wenn man also nicht möchte, dass seine Bilder im Internet kursieren, gibt es keine absolute Möglichkeit sie zu schützen – es bleibt Ihnen nichts anderes übrig als keine Bilder zu veröffentlichen. Da unserer Meinung nach Bilder für gute Artikel unerlässlich sind, versehen wir unsere Bilder in der Regel mit einem Wasserzeichen um jedem klarzumachen woher das Bild stammt.

Kopierter Artikel Schuhe für fast jede Gelegenheit
Kopierter Artikel - Schuhe für fast jede Gelegenheit

Vor kurzem stieß ich auf eine kommerzielle Website, welche die Bilder unseres Artikels über Schuhe für jede Gelegenheit benutzte, und den Inhalt in eigenen Worten übernahm, wobei das Dinge wie das Eingangszitat das Gleiche blieb. Auf unsere höfliche Email, in der wir auf die Umstände hinwiesen, bekamen wir nur gesagt, dass der Artikel copyscape geprüft sei und man bereit sei einen Link auf unsere Seite zu setzen, wenn wir im Gegenzug auf deren Seite linken! Selbstverständlich haben wir davon Abstand genommen – schließlich soll der Plagiator für sein Verhalten nicht belohnt werden.

 

Wir versuchen stets die Ursprungsquelle des Bilds anzugeben, es sei denn es ist nicht copyrightgeschützt. Oftmals ist es jedoch leider schwierig herauszufinden, wer die Urheberrechte an einem Bild hält und wo es zum ersten Mal auftaucht. Sollten Sie jemals ein Bild auf der Gentleman’s Gazette finden, welches falsch ausgewiesen ist, so lassen Sie uns dies bitte wissen damit wir es berichtigen können.

Gentleman’s Gazette Bilder Richtlinien

Generell, freuen wir uns, wenn private Websitenbetreiber oder Blogger unsere Bilder auf ihrer eigenen Seite vorstellen. Nur wäre es in dem Fall wirklich toll, wenn Sie einen Link auf den Ursprungsartikel auf der Gentleman’s Gazette hinzufügen. Falls Sie das Bild gewerblich nutzen wollen, so setzen Sie sich doch einfach mit uns in Kontakt – wir finden sicher Lösung.

In unseren Augen ist dieses Vorgehen überaus fair und wir hoffen, dass Sie dies genauso sehen. In jedem Fall würden wir jedoch gerne von Ihnen erfahren was Sie über das Thema Plagiate denken. Hinterlassen Sie dazu einfach einen Kommentar.

 

 

2 Gedanken zu „Ist das Plagiat die höchste Form der Anerkennung?“

  1. Sehr gehrter Herr Schneider!
    Ich bin Lehrerin und beschäftige mich zur Zeit sehr intensiv mit dem Thema „Plagiat“ und „Safer Internet“ . Daher bin ich zu ihrem Statement gestoßen. Sie schildern Ihre Erfahrung so gut und so klar, auch mit einem gewissen Humor, dass ich denke, ich könnte meinen Schülern Ihren Text lesen lassen, um die Probleme der sogenannten „kostenlosen Datenbank Internet“ aus der Perspektiven des Urhebers zu veranschaulichen.
    Liebe Grüße,

    C. Intzés

    1. Liebe Frau Intzés,
      danke für Ihre netten Worte. Ich freue mich natürlich, dass Sie Ihren Schülern diesen Artikel vorstellen möchten!
      Lassen Sie mich bitte wissen, wie die Schüler darauf reagieren.

      Beste Grüße nach Österreich,

      Sven Raphael Schneider

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