Men's Ex Magazin

Men’s Ex – das Herrenmodemagazin

Kürzlich bekam ich von Tim Mureau ein paar Scans der neuesten Ausgabe des japanischen Magazins Men’s Ex zugeschickt. Mich erstaunt es  immer wieder, wieviele verschiedene Zeitschriften im Sektor Herrenkleidung in Japan angeboten werden. Im Grunde genommen gibt es für jede noch so kleine Nische ein eigenes Printmagazin. Stehen Sie auf italienische, mit sprezzatura getragene Kleidung? dann ist Leon für Sie das Richtige. Sind Sie eher der Typ, der auf rugged Luxury à la Redwing steht, dann sollten Sie einen Blick in Free & Easy oder Lightning werfen. Hollywood Aficionados die gerne Brad Pitts Freizeitlook nachahmen möchte, sind wohl mit Safari am besten bedient. Die Zeitschrift Men’s Ex ist gewissermaßen vergleichbar mit Leon. Erfreulicherweise ist sie nicht nur auf Italien und seine Handwerker spezialisiert, sondern hat öfter auch Meisterhandwerker aus den USA, England und Japan zum Gegenstand. Während den meisten Interessierten in Sachen Herrenkleidung zumindest die Namen der großen englischen Schneider und Schuhmacher schon einmal gehört haben, gibt es gerade in Japan noch zahlreiche Handwerker, die hierzulande ein Schattendasein führen. Men’s Ex hilft diesen kleineren Handwerksbetrieben auf die Landkarte von Bespoke Kunden zu gelangen und ist deshalb von unschätzbarem Wert.

Lassen Sie uns doch einfach einen Blick auf ein paar Seiten des aktuellen Magazins werden:
Auf der ersten Seite einer Kurzportraitserie über verschiedene Maßschneider werden Bespoke Tailor Dittos und ein weiterer Schneider, dessen Namen nur in japanisch gedruckt ist, vorgestellt. Man sieht schlicht einen typischen Anzug des Hauses, es werden kurz die Details erklärt, der Preis wird gelistet und die Adressdaten werden angegeben.

Das gleiche gilt auf den folgenden Seiten auch für Blue Shears Academy, Richard James, Sartoria Promessa, World’s Bespoke, Newyorker

Mir gefällt es sehr gut, dass man jeweils eine Arbeit der Schneider zeigt . Auf diese Weise werden die unterschiedlichen Anzugsilhouetten sehr deutlich. Hier sieht man zum Beispiel einen dreiteiligen Glencheckanzug mit leicht rundem Abstich. Auf der folgenden Seite präsentiert uns Kazunari Arita von Tailor & Cutter eine stark aus den 30er Jahren inspirierten Anzug. Der Anzug mit nur einem Schließknopf hat eine sehr breite, fallende Revers und eine ziemlich hoch angesetzte Kassur. Der Sakko ist sehr tailliert, hat angeschrägte Pattentaschen die in Richtung des Schließknopfes zeigen und einen extrem runden Abstich. Im folgenden 30 Sekunden Video erfahren Sie ein wenig mehr über Tailor & Cutter.

Mehr Bilder aus dem Betrieb finden Sie auf deren Website:

Im Vergleich dazu wirkt der 2-Knopf Kreidestreifenanzug aus dem Hause Azabu the Classic Tailor von vorne geradezu unauffällig. Die Revers sind hier wesentlich schmäler und auch der Abstich is weniger Rund, wobei die Kassur ähnlich hoch ist. Das äuffälligste Detail an diesem Anzug ist wohl die Schulternaht des Sakkos. Diese ist nämlich im Vergleich zu dem, was man ansonsten sieht, extrem weit zurückgezogen und bogenförmig! Bisher habe ich gerade bei Sakkos aus den 20ern und 30ern nach hinten versetzte Schulternähte beobachten können aber niemals war diese so extrem wie hier. Von vorne betrachtet sieht das ganze ziemlich gut aus, aber von hinten möchte ich mir den Anblick garnicht vorstellen.

Abgesehen von den Schneidern aund Anzügen widmet man sich auch den Schuhmachern und ihren Schuhen. Besonders erwähnenswert finde ich dabei diesen schwarzen Rauhleder-Boxkalb Slipon mit seitlichen Elastikeinsätzen.

Abschließend findet man in der Men’s Ex noch einenRatgeber für die Pflege der Krawatte. Vom richtigen bedampfen über das entfernen von hervorstehenden Seidenfäden bis hin zum richtigen öffnen eines Krawattenknotens sowie der Lagerung der Krawatte wird hier alles besprochen. Leider bin ich des Japanischen nicht mächtig, ansonsten hätte ich an dieser Stelle mehr Details einfließen lassen können.

Wenn ich mir Men’s Ex so anschaue, dann finde ich es richtig schade, dass es in der westlichen Hämissphere absolut nichts von ähnlichem Kaliber auf dem Markt ist. Vor wenigen Monaten wagte das in Asien ansässige Magazin The Rake den Sprung in die englischesprachige Welt der Bespoke Aficionados. Leider ist dies jedoch nicht am Kiosk erhältlich und da die Portokosten erheblich über denen des Magazinpreises liegen, hält sich die Zahl der Abonnementen stark in Grenzen. 

Sollte Sie nun auf den Geschmack von Men’s Ex gekommen sein, finden Sie zum einen hier ein paar weitere Bilder und zum anderen sollten Sie bei Maketh the Man vorbeischauen.

Men’s Ex lässt sich wohl am einfachsten über Amazon Japan oder direkt über Men’s Ex beziehen. Viel Erfolg bei der Bestellung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.