Buchbesprechung: The History of Men’s Accessories von Nicholas Storey

Nicholas Storeys neuestes Buch The History of Men’s Accessories : A Short Guide for Men About Town ist das Zweite in einer Reihe von drei Büchern. Letztes Jahr hatten wir schon eine Rezension über das erste Buch History of Men’s Fashion: What the Well Dressed Man is Wearing geschrieben und schon bald soll auch der letzte Teil der Trilogie, welcher sich mit Sport und anderen Pläsieren auseinandersetzt, in den Bücherregalen stehen.

Mit History of Accessories erhalten Sie einen 192 Seiten starken Ratgeber sowohl in Sachen Rasur, Körperpflege, Düfte, Accessoires sowie Rauchen, Lebenskunst, als auch Speis und Trank. Genau wie beim ersten Buch trifft der Titel den Nagel nicht wirklich auf den Kopf, aber daran lässt sich wohl nichts ändern, wenn der Verleger über den Kopf des Autors hinweg entscheidet wie der Titel lauten soll.

Einführung & EU

Schon in der Einleitung macht der Autor klar, dass er eine tiefgehende Abneigung gegenüber der EU hat indem er die Nichtraucher Regulatoren mit Faschisten vergleicht, die in seinen Augen schon zu Lebzeiten gestorben sind. Auch macht er dem Leser unmissverständlich klar, dass er das Buch wohl besser aus der Hand legen solle, falls er an derlei politischen Ansichten Anstoß finden sollte.

The History of Men's Accessories von Nicholas Storey
The History of Men's Accessories von Nicholas Storey

Körperpflege & Accessoires

Das erste Kapitel widmet sich der Körperpflege. Storey erwähnt nicht nur bevorzugt britische Marken , sondern erläutert auch deren interessante Geschichte und gibt dabei noch hilfreiche Tipps.

Eine besondere Erwähnung verdient die Gewichtung des Autors. Während er nämlich über das ganze Buch hinweg alltägliche Dinge wie z.B. den Gilette Mach 3 in nur einem Satz beschreibt, widmet er sich unbekannteren Dingen, wie z.B. klassischen Messerrasur mehr als eine Seite.

Die Geschichte des Smokings, Lord Dupplin, N Griswold Lorillard und der Tuxedo Park Club

Das Kapitel über Kleidung & Accessoires beginnt mit ein paar Ausführungen zu Slippern und Dressing Gown bevor es sich dann mit der Entstehungsgeschichte des Smokings, dem Herzstück des Kapitels, widmet. Auf über vier Seiten setzt sich Storey dank der Hilfe von Henry Poole und anderen intensiv mit der Entwicklung des Dinner Jackets auseinander, welches hierzulande eher unter dem Namen Smoking bekannt ist. Seinen Recherchen zufolge könnte es Lord Dupplin gewesen sein, der in den 1870ern als erster eine Art Smoking trug. Der damalige Price of Wales war hiervon inspiriert und gab ebenfalls ein leicht verändertes Sakko in Auftrag. Im Jahre 1886, führte der Amerikaner James Brown Potter ein Dinner Jacket von Henry Poole in die USA ein, nachdem er zuvor ein solches Exemplar beim Prince of Wales bewundern konnte.  Im selben Jahr soll es dann N Griswold Lorillard gewesen sein, welcher ein kürzeres Jackett zum Tuxedo Park Club Autumn Ball trug, welches einem Spenzer ähnelte. Das ist z.B. der Grund weshalb der Smoking in den USA auf den Namen Tuxedo hört.

Accessoires, Speis & Trank

Hiernach macht Storey Ausführungen über berühmte Uhrenmacher und deren Vergangenheit, und kommt auf kleinere Accessoires wie z.B. Taschenmesser und Geldclips zu sprechen. Wie schon oben lobend erwähnt, macht er auch hier über eine Krawatten-Stecknadel oder Ringe jeweils über drei Seiten Ausführungen, während er über Manschettenknöpfe und die Sonnenbrille zusammen nicht einmal einen Absatz verliert.

Im Anschluss hieran erfährt man auf 29 Seiten etwas über Drinks, Cocktails, deren Rezepte sowie deren Ursprung. Als Liebhaber von allem Süßem ließ es sich Storey nicht nehmen über alle Arten von hochwertigen Süßigkeiten zu schreiben. Außerdem listet er eine Vielzahl von Londoner Instituation auf, welche von Pubs und Clubs über Restaurants hin zu Casinos reicht, bevor er zu allem Rund um das Thema Tabak schreibt.

Das Ende

Gegen Ende des Buches gibt er sogar ein paar Empfehlungen hinsichtlich der Etikette ab, schreibt über Geschenke für die Dame und fügt ein kurzes Anglo-Amerikanisches Kleidungslexikon ein. Hilfreich sind zudem der Index sowie die recht ausführliche Bibliographie. Ganz besonders haben wir uns jedoch über die Kategorie „Useful Internet Resources“ gefreut, in welcher www.gentlemansgazette.com als ein von nur 11 Websiten empfohlen wird.

Fazit

Insgesamt habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen, obwohl ich weder Nichtraucher bin, noch die EU verteufele. Stellenweise war mir jedoch nicht klar, weshalb gewisse Dinge überhaupt im Buch angesprochen wurden und auf welcher Gliederung die Buchreihe beruht. In meinen Augen hätte z.B. das Anglo-Amerikanische Lexikonder Kleidung sowie die Geschichte über den Smoking eher in das erste Buch gehört. Außerdem war ich von den Bildern enttäuscht. Leidglich 16 aneinandergereihte Seiten im Mittelteil des Buches weisen Schwarz-Weiß Fotos auf. Mehr farbige Bilder hätten dem Buch sicher gut getan, wobei wohl auch die Druckkosten höher gewesen wären. In jedem Fall freue ich mich schon auf das letzte Buch aus dieser Trilogie.

Buchdetails:

The History of Men’s Accessories : A Short Guide for Men About Town von Nicholas Storey

Pen & Sword Books, Remember When, Barnsley, Februar 2011

Gebundene Ausgabe, 192 Seiten

ISBN: 9781844681150

Preis:  23.99 €

2 Gedanken zu „Buchbesprechung: The History of Men’s Accessories von Nicholas Storey“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.