PORT setzt die Segel

Letzte Woche sahen wir ein Schiff vom Stapel laufen, welches sich nun im Meer der Herrenmagazine behaupten muss. PORT ist das selbsternannte Magazin für den Intelligenten Mann, welches sich Themen von weltweiter Bedeutung widmet und weniger an luxuriösen Schreibtischaccessoires interessiert ist. Kurz gesagt, PORT ist das Magazin für den Mann der versteht, das Stil und Tiefgang Hand in Hand gehen.

PORT ist erst seit dem dritten März 2011 erhältlich, und ehrlich gesagt stieß ich erst einige Tage später darauf. Nachdem ich dann jedoch davon Wind bekam, machte ich mich sofort auf, um mir ein Exemplar zu sichern. Mit Hilfe eines Cocktails, konnte ich die Zeitschrift dann von vorne bis hinten in einem Rutsch durchlesen. Und nein, das lag nicht daran, dass zuviel Werbung und zu wenig Inhalte geboten wurde, sondern schlichtweg daran, dass ich dieses Magazin einfach nicht aus der Hand legen konnte. Auch wenn das vielleicht ein wenig nach Eigenlob klingen könnte, muss ich sagen: Intelligent ist genau das richtige Wort um PORT zu beschreiben.

Ich möchte gar nicht so tun, als ob die Anziehungskraft des Magazins nicht auch von seinem Äußeren ausgeht. Im Zeitalter von Kindle, iPad und e-sonstwas müssen Printmagazine neben guten Inhalten auch eine vorzügliche Aufmachung bieten. Mit PORT hält man schweres, hochwertiges Papier in der Hand, wobei vor allem der äußere Umschlag durch seine angenehme, seidenähnliche Haptik zu überzeugen weiß. Der Titel PORT kommt in einer mächtigen Schriftart daher, welche passenderweiße auf den Namen PORT 1 getauft wurde. Nachdem man diese ersten, äußeren Eindrücke hinter sich gebracht hat, erwarten einen weiche matte Seiten, sowie leicht glanzbeschichtete Photoserien. Alles ist klar und simpel in PORT 1 gehalten und erst jetzt merkt man, wie gut die Schrift mit dem Inhalt harmoniert. Wenn Sie jemals die Zeitschrift Fantastic Man in den Händen hatten, wissen Sie wovon ich rede. Die Seiten sind ähnlich dick und auch die simplistisch-künstlerischen Layouts scheinen verwandt zu sein. Vielleicht liegt dies daran, dass alle Titel in Großbuchstaben gedruckt sind. Abgesehen davon scheint es so, als lege man bei PORT weniger Wert auf Mode generell und so finden sich z.B. kaum Hinweise auf Marken oder Produkte.

Noch ganz angetan von den visuellen Eindrücken machte ich mich nun an die Inhalte, und ich war ehrlich gesagt überwältigt. Die Artikel sind nicht nur gut geschrieben und sehr aufschlussreich,  sondern sie zeichnen auch in überzeugender Weise die ganz individuellen Geschichten der Autoren nach. Aber es lässt sich wohl auch nichts anderes erwarten, wenn man Journalisten wie Fergus Henderson, Samantha Morton und Jon Snow in ein Boot steckt. In der ersten Ausgabe gibt zum Beispiel Daniel Day Lewis seine Eindrücke während seiner Zeit als Hilfsarbeiter in Gaza wieder, Jon Snow macht sich Gedanken darüber, ob vielleicht bald wieder eine glorreiche Zeit für den Journalismus bevorsteht und James Gurney gesteht seine Schwäche für eine Uhr aus einer gewissen Pariser Manufaktur. Informationen aus zweiter Hand sucht man hier vergeblich, PORT setzt direkt an der Quelle an. Auch die Vita des Journalisten Dan Crowe ist beeindruckend:er ist der Gründer des Zembla Magazins und schreibt über Literatur für ein weiteres Magazin. Außerdem hat er erst letztes Jahr ein Buch über zeitgenössische Autoren und weltweite Krisen im Rizzoli Verlag verfasst. Der Schreibstil ist größtenteils elegant und sehr verlockend und ich bin schon gespannt, was die Verantwortlichen bei PORT für die nächste Ausgabe aus ihrer Zauberkiste holen werden.

Wenn Sie nun aber ein auf klassischen Stil ausgerichtetes Magazin à la THE RAKE erwarten, muss ich Sie leider enttäuschen. PORT ist zwar elegant aber es richtet sich ausschließlich an den modernen Mann. Das Konzept lautet zwar „Revival“ aber die Aufmachung ist neu. Das klare, schlichte Layout gibt den Ton vor und es befinden sich sogar ein paar Mode und Design Artikel in dem Heft. Es ist jedoch weniger ein kultiviertes Magazin über Stil, sondern ein Kulturmagazin mit Stil, und das ist doch etwas, was wir alle anstreben sollten. Wenn Sie nun am Bahnhofskiosk nicht fündig werden und trotzdem gerne eine Ausgabe bzw. ein Abo hätten, dann wird Ihnen hier weitergeholfen.

Wir sagen: herzlich Willkommen PORT und danke für ein gutes Magazin.

Übersetzt aus dem Englischen von Sven Raphael Schneider.

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4 Gedanken zu „PORT setzt die Segel“

  1. Schönen guten Tag,
    ich hatte auf diese Empfehlung hin versucht, per Subskription mir dieses Magazin zukommen zu lassen. Also habe ich mit Paypal 1 Ein-Jahres-Abo bezahlt. Außer einer Mailbestätigung, daß mein Geld eingegangen wäre habe ich seitdem nichts mehr gehört. Eine Zeitschrift habe ich auch nicht erhalten. Selbst die Eröffnung eines Claims auf Paypal hat keinen bei PORT veranlasst dazu Stellung zu nehmen. Habe jetzt mein Geld zurückgefordert, warten wir es ab..
    Hat jemand positive Erfahrungen mit PORT gemacht?

    1. Lieber Dr. Cy,

      danke für Ihren Kurzbericht. Wann haben Sie das Magazin denn bestellt? Bei Magazinen würde ich mindest drei, wenn nicht gar vier Wochen warten, da solche Abos oft über die recht langsame Post abgewickelt werden. Haben Sie sich denn per Email mit PORT in Kontakt gesetzt? Meine Emails wurden nach zwei Werktagen beantwortet.
      Halten Sie uns jedenfalls auf dem Laufenden – vielen Dank.

      Grüße, Sven Raphael Schneider

      1. Sehr geehrter Herr Schneider,
        ich hatte am 9. das Abo bestellt. Keine meiner Anfragen an PORT wurden beantwortet, weder die an den Vertrieb noch die an die bei Paypal gemeldete Adresse versandten Mails.
        Ich bestelle regelmäßig Bücher und Zeitschriften über Bekleidung und Kostüm weltweit. Selbst ein Buchversand in Neu-Delhi war schneller und professioneller im Beantworten meiner Mails.
        Selbstverständlich dauert der Versand mitunter mehrere Wochen. Aber London liegt ja meines Wissens um die Ecke..
        P.S.: Sie sollten das schöne Wetter draussen geniessen und etwas bummeln. Hier im Netz ist es langweilig..

        Beste Grüße
        Dr.Cy.Coe

        1. Lieber Dr.Cy.Coe
          Danke für das Update! Es tut mir leid, dass Sie eine so schlechte Erfahrung gemacht haben. Haben Sie denn in der Zwischenzeit nocheinmal was von Port gehört?
          In St. Paul, MN war das Wetter noch etwas schlechter als wohl bei Ihnen.

          Grüße, Sven Raphael Schneider

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