Schmackhafte „belgische“ Biere für die Sommermonate

Eine Zeit lang wurde Bier als aromaschwach und Getränk zweiter Klasse eingestuft, welches im Vergleich zu Wein oder Spirituosen stets den Kürzeren zog. Dieses Bild hat sich jedoch in den letzten Jahren geändert, und so bekommt man nun auch in der gehobenen Gastronomie Bier serviert.

Aufgrund der in den USA vorhandenen Zeit der Prohibition in der Alkohol verboten war haben sich große Marken wir Bud oder Miller erst vor 20 bis 30 Jahren so richtig eingebürgert.

In Europa gibt es hingegen eine jahrhundetlang-währende Tradition des Bierbrauens und auch heute findet man in jeder kleineren Stadt noch eine Brauerei, die ihr ganz eigenes Rezept hat. Heute möchte ich eine Serie beginnen, welche sich ganz dem Thema „Bier“ widmet. In diesem Artikel werde ich von drei belgischen Bieren für den Sommer berichten; in Zukunft werde ich jedoch auch näher auf spezielle Regionen, Zutaten und Aromen eingehen.

Die heutigen 3 belgischen Sommerbiere

Drei belgische Sommer Biere
Drei belgische Sommer Biere

Die drei Biere, welche ich Ihnen heute vorstellen möchten, sind alle sehr individuell, wobei sie trotzdem einige Gemeinsamkeiten aufweisen: Alle 3 stammen ursprünglich aus Belgien aber nur eines wird tatsächlich noch dort hergestellt. Alle drei Biere sind hell, und weisen einen hohen Kohlensäuregehalt auf, wobei sich der Alkoholgehalt von Bier zu Bier erheblich unterscheidet.

Genau wie Wein oder Whisky sollten Sie auch Bier idealerweise aus dem dafür geeigneten Glas trinken.  Für unsere drei heutigen Biere empfehle ich Ihnen ein klassisches Pils-Glas oder eine Abwandlung davon. Diese Biere sind in Flaschen von 330ml über 500ml bis hin zu 750ml erhältlich.

Gueuze – Lindemans „Cuvée René “ Beer (5%)

Gueuze Lambic Lindemans Bier
Gueuze Lambic Lindemans Bier

Bevor ich mich dem Lindemans Cuvée René widme, möchte ich erst ein paar Worte über den Unterschied zwischen Lambics und Gueuze verlieren. Unter Lumbics versteht man spontan gegärte Biere, welche ursprünglich aus den ländlichen Gebieten Belgiens stammen. Die natürliche Hefe und andere Bakterien aus dieser Region werden den Bierzutaten in einem offenen Holzfass beigegeben, was dem Bier ein säuerliches, würzig-aufregendes Aroma verleiht – und das auf ganz natürliche Weise. Wenn man nun verschieden lang gereifte Lambics mischt, spricht man von Gueuze. Eigentlich haben diese Biere fast immer einen eher niedrigen Alkoholgehalt und sie sollten immer eisgekühlt serviert werden, um ihren durstlöschenden Charakter zu erhalten.

Das Cuvée René schmeckt zuerst ein wenig nach reifen Äpfeln, um dann in Zitronenhain nach einem starken Regen umzuschlagen. Die Farbe des Bieres ist ein kräftiges Gold, und es hat viele kleine, prickelnde Bläschen. Vom ersten Schluck an ist es frisch, zitrusartig und angenehm säuerlich. Vielleicht werden Sie das erste Mal ein wenig ihr Gesicht verziehen, aber ich verspreche Ihnen, der nächste Schluck wird nicht lange auf sich warten lassen.

Das Cuvée René ist zwar ein gutes Bier für den Einstieg in die Welt der Lambics und Gueuze aber Sie solltne unbedingt auch einmal die Biere der Brasserie Cantillon probieren. Die Brauerei braut all ihre Biere im Herzen von Brüssel und ich kann Ihnen die Biere Iris, Grand Cru Bruocsella (ein reines Lambic) oder der Bio Gueuze nur empfehlen.

Saison – Pretty Things „Jack D’Or“ Beer (6.4% )

Pretty Things Jack D'Or Bier
Pretty Things Jack D'Or Bier

Das Saison Bier, in den USA auch unter dem Namen Farmhouse Ale bekannt, wurde urspünglich von flämischen Bauern für die Sommermonate gebraut. Im Gegensatz zu den Gueuze Bieren, sind sie etwas milder im Geschmack. Ihren besten Geschmack entfalten die Saison Biere, wenn sie kühl, aber nicht zu kalt sind. Dazu nehme ich die Flasche 10-15 Minuten vor dem Trinken aus dem Kühlschrank und schon hat man ein wunderbares Sommerbier.

Auch wenn nach wie vor einige exzellente Saison Biere aus Belgien stammen, findet man mittlerweile überall auf der Welt Brauereien, die ein fantastisches Saisonbier brauen. Eine dieser Brauerein ist die Jack d’Or von der Pretty Things Beer and Ale Project aus Cambridge, Massachusetts in den USA. Dieser kleine Betrieb wird von einem Ehepaar geführt, das wirklich noch fast alles selbst macht (inklusive das Desigenen der Etiketten). Die Liebe zum Handwerk schmeckt man hier förmlich.

Jack d’Or hat eine blassgelbe Farbe und ist ein absolutes Original. Im Geschmack ist es leicht zitrusartig, ein wenig würzig und hat neben Grasnoten auch etwas von Sauerteigbrot. Der Säuregehalt ist gerade im Vergleich zum Gueuze bedeutend geringer, und so wirkt es erfrischend und mild. Zuerst entfaltet sich ein Aroma von Zitronenschale, ein wenig Koriander und Nelken bevor sich die Säure auf dem Gaumen ausbreitet und mit einem frischen, leicht malzigen Geschmack abschließt. Für ein Saisonbier ist das Hopfenaroma stark ausgeprägt aber im Gesamten ist es ein sehr gutes Bier.

Die original belgischen Saisonbierklassiker lauten: Saison Dupont – der goldene Standard und eher leicht erhältlich. Das Fantôme Saison ist dagegen etwas schwieriger auszutreiben, dafür gilt es als das stilvollste Saisonbier.

Abbey Tripel- Unibroue „La Fin Du Monde“ Beer (9%)

Abbey Tripel - Unibroue - La Fin Du Monde Bier
Abbey Tripel - Unibroue - La Fin Du Monde Bier

Nun kommen wir zu den stärkeren Bieren. Mit 9% ist das La Fin Du Monde unbestritten das stärkste

Abbey Tripel Bier, und das obwohl es in Quebec, Kanada von Unibroue gebraut wird. Erstmalig wurde dieses Bier in belgischen Klöstern gebraut und ist typischerweise im Geschmack sehr cremig und fruchtig mit einer Spur von Alkohol. Man kann dieses Bier kühl oder eisklat servieren, aber in meinen Augen schmecken sie am besten wenn sie etwas wärmer sind, d.h. nehmen Sie das Bier ca. 30 Minuten vor dem Öffnen aus dem Kühlschrank.

Bei La Fin Du Monde handelt es sich ebenfalls um ein in der Flasche gereiftes Bier und Unibroue empfiehlt das Bier vor dem Öffnen sachte (sonst schäumt es über) auf den Kopf zu stellen, damit sich die Hefe im Bier gut verteilen kann. Viele Brauerein empfehlen das Gegenteil aber in diesem Fall kann ich mich Unibroue nur anschließen. Das Bier ist cremig und hat eine orange-gelbe Farbe und einen dicken Schaum. Im Gegensatz zu den anderen Bieren bleibt die Schaumkrone eine Zeit lang stehen und besteht aus vielen kleinen Bläschen. Es riecht würzig, nach Zitrone, reifen Äpfeln und Biskuit, auf der Zunge schlägt dies dann in Rosinenpudding und Banane mit Gewürzen um, wobei der Abgang hefig ist. Dieses Bier ist ein wahrer Gaumenschmauß und man muss dieses Bier einmal getrunken haben, um zu verstehen, was ich meine.

Lindemans Cuvée René Bier
Lindemans Cuvée René Bier

Wenn Sie noch nie ein Tripel Bier getrunken haben, dann sollten sie mit diesem Bier beginnen. Alternativ kann ich Ihnen das Tripel Karmeliet sowie das St. Bernardus Tripel empfehlen – beide stammen aus Belgien und sind ebenfalls hochprozentig.

Zusammenfassung

Ich hoffe, dass Ihnen die Einführung in die belgischen Sommerbiere gefallen hat und vielleicht schaffen Sie es ja diesen Sommer ihren Bierhorizont jenseits von Hefeweizen Bier auf die benachbarten belgischen Biere auszuweiten. Sie werden es mit Sicherheit nicht bereuen!

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