The Gentlemen’s Clubs of London

Heute möchten wir Ihnen das Buch The Gentlemen’s Clubs of London von Anthony Lejeune mit Blidern von Malcom Lewis präsentieren, welches die edlen Londoner Gentleman Klubs porträtiert. Wir konnten uns ein Exemplar der zweiten Ausgabe von 1984 sichern welches auf der ersten Seite mit folgendem Zitat aufwartet:“STARE SUPER VIAS ANTIQUAS“. Auf Deutsch bedeutet dies etwa soviel wie:“Ich stehe in den Fußstapfen meiner Vorfahren“. Dies ist deshalb so passend gewählt, da es die konservative Art des Autors sowie vieler Klubmitglieder sehr gut wiederspiegelt.

Die Geschichte der Londoner Gentlemen Klubs

Auch wenn heute im Englischen, vor allem in den USA, der Ausdruck Gentlemen’s Club meist nur als Synonym für Stripklub verwendet wird, so war diese Insitution in ihren Anfängen im 17. Jahrhundert alles andere als das. Vielmehr verstand man darunter Vereinigungen im edlen Londoner West End in denen die männliche Elite verkehrte. Es war ein Ort, an dem man unter seinesgleichen verweilen konnte und z.B. dem ansonsten unerlaubten Glücksspiel fröhnte, mit Freunden aß oder Diskussionen führte. Für viele Herren war es schlichtweg ein zweites zuhause. Zu den besten Zeiten gab es in London circa 400 verschiedene Klubs von denen bis heute nur ein Bruchteil überlebt hat.

Das Buch: The Gentlemen’s Clubs of London

Dieses Werk entstand über eine Zeitspanne von über 10 Jahren in den 60er und 70er Jahren. Als es dann schließlich 1979 veröffentlicht wurde, gab es schon einige der Klubs welche Lejeune und Malcom portraitiert hatten gar nicht mehr. Ungeachtet dessen, entschieden sich die beiden jedoch dafür, diese Klubs nicht aus dem Buch zu streichen. Heute sind in etwa 60 dieser altehrwürdigen Klubs übrig geblieben. Eine gute Übersicht über die Verbleibenden findet sich bei Wikipedia oder der Association of London Clubs.

Schon in der mit Anekdoten gespickten Einleitung des Buchs lernt der Leser allerhand über die Londoner Clubs und die Mentalität ihrer Mitglieder und so erfährt der Leser dass z.B. Gas, Elektrizität und Telephone stets erst nach längerem Zögern den Weg in die Clubs gefunden hat. Ein Klub, so der Autor, ist eine Einrichtung welche ein zivilisierteres Leben stattfindet, ein Ort in dem die Mitglieder einen Salzstreuer aus Silver der nicht funktioniert einem funktionieren Streuer aus Plastik vorziehen.

In den 1850er Jahren entschied man sich im Brooks’s auf die bis dahin schlichte, creme-weiß gehaltene Notizpapier den Namen Brooks’s zu drucken. Ein Mietglied war der Auffassung, dass durch diesen kleinen Schriftzug auf der Karte der Charakter dieses Clubs unwiederbringlich verloren ginge. Sie sehen also – der Fortschritt wurde in Londoner Clubs seit jeher nicht nur mit Vorsicht beäugt, sondern eher solange wie möglich verhindert.

Im Folgenden erhalten wir dann auf drei gezeichneten Karten Auskunft über die Lage der jeweiligen Klubs. Außerdem gibt es noch ein paar Klub Comiczeichnungen bevor auch schon mit dem The American Club, die erste Institution vorgestellt wird. Jedem Klub werden in der sechs Seiten gewidmet, welche mit der Geschichte, Anekdoten, Zitaten und jeder Menge Schwarz-Weiß Fotos des jeweiligen Clubs gefüllt sind.

Wir Erfahren auch, dass Earl Mountbatten von Burma in den 1960er Jahren einmal bei 19 Klubs Mitglied gewesen sein soll. In der Mitte sowie gegen Ende des Buches sind dann auch einige Farbphotographien zu bewundern, wobei diese recht klein sind. In den Textenwird auch erklärt wie das Aufnahmeprozedere in dieen Clubs traditionell ablief, und dass manche Bewerber einfach „unclubbable“ sind, wie z.B.wenn der Antragsteller dem Mitglied die Ehefrau ausgespannt hat.

Auf seinen 296 Seiten gibt diese Buch einen recht detaillierten Einblick in diese doch extrem abgeschottete und exklusive Welt der Londoner Clubs. Deshalb überrascht es kaum, dass das Buch bis dato schon in seiner 4. Auflage erschienen ist und trotzdem noch zu Preis von weit über 100 € gehandelt wird.

Glücklicherweise konnte sich der Clubliebhaber Hubert Picarda mit dem inzwischen pensionierten Lejeune zusammentun um an einer umfassenden und erweiterten Neuauflage des Buches zu arbeiten. Diese Werk wird voraussichtlich im Juni 2011 in den Bücherregalen der Händler stehen und neben neuen Photos auch neue Textpassagen enthalten. Mit einem Preis von circa 45 € wird es zudem ungleich erschwinglicher sein.

Zusammenfassung

Gerade die bald auf den Markt kommende, neue Ausgabe dieses Buches wird sicher eine lohnende Investiontion für all diejenigen sein, die sich für Klubs, Gentlemen und Lebenskultur im Allgemeinen interessieren. Abgesehen davon macht es sowohl aufgrund seines Formats als auch wegen der vielen Bilder auf jedem Wohnzimmertisch eine gute Figur.
Titel: The Gentlemen’s Clubs of London

Gebundene Ausgabe: 296 Seiten

Verlag: Stacey International

ISBN-10: 190676820X

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