Ulster Mantel

Der Ulster Mantel

Nachdem ein Leser nach dem Unterschied zwischen einem Ulster und einem Guardscoat fragte, möchte ich gerne nocheinmal das Thema Winterkleidung aufnehmen und in zwei getrennten Beiträgen ausführlicher auf diese zwei klassischen Manteltypen eingehen.

Ursprünglich waren es Bewohner der irischen Provinz Ulster, die einen bestimmten langen Tweedmantel trugen, der schon bald als Ulster bekannt wurde. Im wesentlichen gibt es sieben Merkmale, welche den Ulster heute wie damals auszeichnen.

Die Eigenschaften eines Ulster Mantels

1. Ein klassischer Ulster ist lang und zweireihig, wobei die Knöpfereihen,  parallel zueinander verlaufen. Zudem gibt es einen Knopf der vom Kragen verdeckt wird. Auf diese Weise lässt sich der Mantel hochknöpfen was bei kaltem Wetter praktisch ist, da man so wärmer angezogen ist.  Bei einer trapezförmigen Knopfanordnung wäre es nicht möglich den Mantel hoch zu schließen und deshalb scheidet diese für den Ulster aus. Meist sieht man den Ulster mit drei oder vier Knopfpaaren, welche verhältnismäßig tief angerodnet sind, sodass die unterste Reihe erst mit dem Taschenende aufhört.

2. Auch die Revers  sind so gestaltet, dass man den Mantel problemlos hoch schließen kann. Deshalb scheiden die sonst bei zweireihigen Kleidungsstücken üblichen Spitzreves beim Ulster aus. Der auf höhe der Reversspiegelnaht verlaufende Einschnitt zwischen Kragen und Revers ist deshalb fallend gearbeitet.

3.Um dem ländlichen Charakter des Ulster zum Ausdruck zu bringen, hat ein Ulster immer aufgesetzte Taschen.

4. Auch gehören sportliche Stepp- oder Riemennähte unbedingt zu einem Ulster.

5. Ein weiteres Kennzeichen des Ulsters sind seine Ärmelaufschläge.

6. Der Ulster ist an sich sehr weit geschnitten. Um ihm dennoch etwas Form zu verleihen,  weist ein Ulster stets einen breiten Rückengurt auf, der in der Regel einen Knopf auf jeder Seite hat, um so die Weite jederzeit verstellen zu können.  Manchmal hat der Ulster auch einen Gürtel rundherum, der in der Front geschlossen wird, wie beispielsweise bei einem Trenchcoat.

7. Ein stilechter Ulster wird immer aus Tweed gefertigt. Traditionell wird Donegal Tweed verwendet, einem schweren  Tweed (ab ca. 700 gr/Laufmeter), der ursprünglich aus dem County Donegal in der Provinz Ulster stammt und sich besonders durch sein Handwebcharakter sowie eingewebten farbigen Noppen auszeichnet.

Elemente wie die aufgesetzten Taschen, Ärmelumschläge, Steppnähte sowie das Tweedtuch charakterisieren den Ulster eindeutig als einen informellen Sportmantel.

Wie auf den Fotos hier zu sehen, weist der Mantel, einige Merkmal des Ulsters auf, jedoch sorgen die Spitzrevers sowie die trapezförmige Anordnung der Knöpfe dafür, dass es sich bei diesem Mantel eindeutig nicht um einen Ulster handelt.

 

6 Gedanken zu „Der Ulster Mantel“

    1. Lieber Frank!

      Zuletzt habe ich einen neuen Ulter Mantel von Schneiders Salzburg gesehen. Zwar kann ich in deren Katalog keinen Ulster finden, doch fertigt man dort wesentlich mehr Modelle als in dem Katalog abgebildet sind. Auch Polo Ralph Lauren hat hin und welche einen Tweed Ulster im Programm.
      Für gebrauchte Mäntel würde ich auf ebay Ausschau halten – Suchbegriffe: Tweed, Mantel, zweireihig
      Viel Erfolg bei der Suche!

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