Letterpress Druck

Visitenkarten im Letterpress-Buchdruck

Geschichte der Visitenkarte

Obwohl der Brauch des sonntäglichen Besuches aus vielerlei Gründen obsolet geworden ist, gibt es noch eine Reliquie, die uns noch heute an diese Form des gesellschaftlichen Umgangs erinnert – die Visitenkarte. Immer wenn ein Besucher in einem Hause verkehren wollte, so musste er erst eingeführt werden. Dazu übergab ein gemeinsamer Freund seine eigene Karte mit dem Hinweis p.p. (pour présenter) sowie zwei Karten der Leute die eingeführt werden sollten an den Hausangestellten. Eine Karte war für den Herrn, und die andere für die Dame des Hauses bestimmt. Unabhängig davon ob man dann tatsächlich empfangen wurde, wertete man dies als „Visite“.

Visitenkarten heute

Inzwischen wird diese Visitenkarte zwar fast ausschließlich zu geschäftlichen Zwecken oder manchmal auch noch für neue private Bekanntschaften verwendet, der Name „Visitenkarte“ ist jedoch erhalten geblieben.

Heute gibt es zahlreiche Möglichkeiten sich recht preisgünstig Visitenkarten drucken zu lassen. Meist lässt sich dabei zwischen verschiedenen Papierstärken sowie verschiedenen Druckverfahren wählen. Gerade Karten für geschäftliche Zwecke, die tausendfach gedruckt werden, macht dies ökonomisch Sinn. Manche Unternehmen möchten jedoch schon durch Ihre Visitenkarte ihre Außergewöhnlichkeit sowie ihre Affinität zu Qualität unterstreichen und entscheiden sich für Visitenkarten die im traditionellen Letterpress-Buchdruck, Blinddruck oder Stahlsticksdruck hergestellt werden. In jedem Fall wirkt eine solche Karte meist sehr edel und erhaben.

Heute steht lediglich der Buchdruck im Vordergrund und in circa zwei Wochen werden wir genauer auf den Blindprägedruck sowie den Stahlstichdruck eingehen.

Letterpress – Buchdruck

Seit Johannes Gutenberg werden beim Buchdruck einzelne Lettern sowie Elemente aus Blei oder anderem Metall in einem Rahmen zusammen gesetzt, um anschließend in einer speziellen Presse jeweils Blatt für Blatt gedruckt zu werden. Dabei ist pro Druckdurchgang nur eine Farbe möglich. Bei drei Farben, steigt folglich der Druckaufwand auf ein Dreifaches an.

Für einfache Visitenkarten reicht diese Methode meist völlig aus. Für anspruchsvollere Designs gibt es jedoch auch eine moderne Alternative zum bleiernen Setzkasten. Kent Aldrich von der Nomadic Press in der Druckerstadt St. Paul, Minnesota setzt dabei im Ausgangspunkt auf den Designprozess am Computer. Sobald dies abgeschlossen ist, wird die pdf-Datei auf einen speziellen Film aufgebracht, welcher widerum eine reliefartige, dreidimensionale Photopolymer Druckplatte verarbeitet wird. Für jede Farbe muss dabei eine eigene Platte hergestellt werden. Bei der Farbwahl sind praktisch keine Grenzen gesetzt, da diese meist von Hand nach den Wünschen des Kunden gemischt werden. Sobald dieses Prozedere abgeschlossen ist, wird die Druckplatte mit Hilfe von kleinen Holzblöcken in einen Metallrahmen gespannt und dann auf der Presse gedruckt. Beim Druck stetzt man wieder auf Bewährtes und verwendet eine der alten Chandler & Price Maschinen, die schon weit über 100 Jahre auf dem Buckel haben.

Die Farbe wird auf eine Platte aufgebracht wobei bestimme Rollen diese dann auf dei Form auftragen mit welcher dann gedruckt wird. Als Papier dienen fast immer bis zu 250 g/m² schwere Qualitäten aus 100% Baumwolle, da in ihnen der so erhabene Letterpress-Tiefdruck am besten zur Geltung kommt. Bei besonderen Stücken ist es auch möglich hochkarätiges Blattgold aufzubringen.

Sind die Karten dann gedruckt, werden Sie zugeschnitten – entweder klassisch rechteckig oder ganz nach dem Geschmack des Kunden.

Preislich liegen diese handwerklich erstellten Meisterstücke natürlich über denen von Offsetdruckern aus dem Internet.  Trotzdem sind 100 Visitenkarten in einem einfachen Design schon ab ca. 70 € zu haben. Wenn es aufwändiger werden soll, steigen die Kosten natürlich leicht an.

Im folgenden Video können Sie sehen, wie Kent Aldrich von der Nomadic Press den Letterpress Druck in Englisch erkärt. Kent ist schon seit 1989 begeisterer Buchdrucker und hat schon für Kunden auf der ganzen Welt gedruckt, u.a. sogar für das Schloß Versailles.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ZVVkDL5gX2Q[/youtube]

In Deutschland finden Sie qualitativ hochwertige Buchdruck Visitenkarten z.B. bei Max Sames in Hamburg oder in Martin Z. Schröders Berliner Druckerey.

Nomadic Press – Kent Aldrich

878 Stryker Avenue
St. Paul, MN 55107 – USA
001-651-291-1454
www.nomadicletterpress.com
 
 

Max Sames GmbH

Stegerwaldring 27
22119 Hamburg
040 – 65 59 96-0
 
www.maxsames.de
 
 

Martin Z. Schröder

Schonensche Straße 38
13189 Berlin
030 – 47 00 43 12
www.druckerey.de

Ein Gedanke zu „Visitenkarten im Letterpress-Buchdruck“

  1. Photopolymerplatten sind eine Möglichkeit. Besser druckt sich von Metall. Man kann nach digitalen Vorlagen (auch gescannten und bearbeiteten handgemachten Vorlagen, also auch nach grafischen oder kalligrafischen Originalen) auch Platten aus Magnesium herstellen lassen, das wesentlich härter ist als Kunststoff. Das ist kein neues Verfahren, schon vor hundert Jahren wurde nicht mehr jedes Firmenzeichen und jedes Bild in Holz gestochen, sondern in Metall geätzt oder in Blei gegossen und mit Kupfer galvanisiert. Heute sind nur die Vorlagen leichter zu erstellen, und auch billiger. So hat der Buchdrucker (Letterpress-Printer) auch die Möglichkeit, auf digitale Fonts zuzugreifen. Bleisatz bleibt die feinere Technik, wenn man den Charme der unterschiedlich abgenutzten Lettern, die ein bewegteres Druckbild ergeben, mag. Conaisseure bevorzugen echten Bleisatz, einige edle Schriften gibt es ja noch hier und da.

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