Die Wintergarderobe sicher verstaut

Nachdem es in Deutschland in den letzten Tagen fast schon sommerliche Temperaturen gab, ist nun der Zeitpunkt gekommen, seine Garderobe wieder einmal von der einen Saison auf die andere umzustellen. D.h. schwere Strickpullover, Kordhosen und Wintermäntel sollten nun wieder die hinteren Ränge im Kleiderschrank einnehmen um so Platz für die Frühjahr-/ Sommergarderobe zu schaffen. Dabei bietet es sich an, die Wintergarderobe ordnungsgemäß zu säubern und aufzufrischen sowie Reparaturen vorzunehmen. In der Folge möchten wir Ihnen heute detailliert beschreiben, wie dies aussehen sollte.

Verstauen der Winterkleidung

Kleiderschrank - Duke of Windsor
Kleiderschrank – Duke of Windsor

Nachdem über die kalten Monate viele Kleidungsstücke häufig zum Einsatz kamen, sollte man zunächst einmal jede Hose, jeden Sakko sowie jeden Mantel kräftig ausbürsten, da man hierdurch den Großteil des Staubs sowie viele Haare und evtl. Krümel und Essensreste aus der Kleidung bekommt. Auch wenn wir Ihnen zum Thema Bürsten in einem gesonderten Beitrag alles Wissenswerte mitteilen werden, so sei vorab schon einmal gesagt, dass eine Bürste aus Schweineborsten bzw. Roßhaar für die meisten Kleidunsstücke am besten ist. Nur für sehr empfindliche Stoffe wie Seide, Kaschmir oder gar Vikuna sollte man evtl. auf eine weichere Ziegenhaarbürste ausweichen. Am besten bürstet man Kleidung auf einem Mannequin von oben nach unten aus. Falls Sie dies nicht haben, sollten Sie die Sachen auf einen Kleiderbügel hängen oder noch besser: tragen Sie die Kleidung und lassen Sie sich von jemand anderem ausbürsten.

 

Sollten Sie Pelzmäntel oder Jacken mit Pelzfutter oder Kragen Ihr eigen nennen, dann wenden Sie sich am besten an Ihren Pelzhändler insofern der Pelz nicht mehr als 20 Jahre auf dem Buckel hat. Dort wird er bei 16°C und 40% Luftfeuchtigkeit solange verwahrt bis Sie ihn wieder benötigen. Bei einem Vintage Pelz würde ich empfehlen, diese Bedingungen möglichst so zuhause nachzustellen wobei das natürlich nur annäherungsweise möglich ist.

Bedampfen der Kleidungsstücke

Bedampfer
Bedampfer

Anstatt ihre Kleidung in die Reinigung zu geben, sollten Sie Ihre feinen Stücke in den allermeisten Fällen nur bedampfen um so evtl. vorhandene Gerüche zu eliminieren und das Kleidungsstück aufzufrischen. Dies ist schonender als jede chemische Reinigung. Hierzu empfiehlt sich ein Bedampfer, mit welchem man die Kleidungsstücke vertikal bedampft. Achten Sie dabei darauf möglichst die Nähte zu verschonen, da diese u.U. durch die Einwirkung von viel Dampf unschön aussehen können.

 

Wenn man keinen Bedampfer zur Hand hat, sollte man die Stücke für eine halbe Stunde ins Badezimmer hängen, und heißes Wasser in die Wanne laufen lassen. Der aufsteigende Dampf wird ihrem Kleidungsstück spürbar gut tun.

Kleiderbügel

Ihre Sakkos, Westen und Mäntel sollten auf Formkleiderbügeln mit breiten Schulterpolstern ruhen um zum einen die Schulter der Sakkos in Form zu halten und zum anderen die Faltenbildung im Bereich der Armkugel zu vermeiden. Hosen sollten auf Hosenbügeln oder Klappverschlussbügeln gelagert werden. Ich benutze die wunderbaren Kleiderbügel von Butler Luxury– lesen Sie sich bitte diesen Artikel durch um mehr über Kleiderbügel zu erfahren.

Winterhemden und -Pullover können Sie entweder ebenfalls hängend lagern oder falten – das bleibt ganz Ihnen überlassen.

Kleidersäcke

Luxuriöser Kleidersack aus Baumwolle von Hanger Project
Luxuriöser Kleidersack aus Baumwolle 

Ihre Winterkleidung sollte im Anschluss staubgeschützt und atmungsaktiv in Kleidersäcken aufbewahrt werden. Hierbei gibt es allerlei Möglichkeiten. Vom billigen Klarsicht Polyester Sack bis hin zum luxuriösen Kleidersack aus Baumwollcanvas mit Sichtfenster ist hier alles möglich. Meiner Erfahrung nach, sind Kleidersäcke aus Synthetikmaterialien in der Regel leichter als ihre Kollegen aus Baumwolle. Gleichzeitig ist Plastik jedoch nicht so belastbar, kaum atmungsaktiv und wird mit zunehmender Dauer brüchiger, während ein Sack aus Baumwolle sogar gewaschen werden kann und so viele Jahre für belüftete Kleidung sorgt.

Idealerweise hat man für jedes Kleidungsstück einen eigenen Kleidersack. Je nach Größe der Kleidersäcke können Sie jedoch auch mehrere Kleidungsstücke in einem Sack unterbringen. Achten Sie dabei jedoch darauf, dass sie nicht zusammengepresst sind und noch Luft an die einzelnen Teile gelangen kann. Außerdem sollte jeder Sakko und Mantel auf einem eigenen Bügel untergebracht werden.

Zedernöl, Lavendel & Mottenbekämpfung

Wenn Sie all diese Schritte befolgen, stehen die Chancen gut, dass Sie mit Motten keine Probleme haben werden. Um jedoch auf der sicheren Seite zu sein, werden traditionell einige Mittel zur Mottenabwehr eingesetzt. Zum einen sollen Bällchen aus Lavendel oder Thymian für einen Duft sorgen, welcher Motten vertreiben soll. Zum anderen soll der Geruch der Zeder mottenabwehrend wirken. Vor Jahren kaufte ich mir deshalb einige Zedernblöcke, welche ich in meinem Kleiderschrank verteilte. Anfangs roch es auch tatsächlich nach Zedern, allerdings war dies nur von kurzer Dauer. Um den Geruch permanent im Kleiderschrank zu haben, müssen die Blöcke regelmäßig mit Schmiergelpapier angeschliffen werden um tatsächlich einen Zedernduft zu entfalten. Einfacher erzielt man diesen Effekt in meinen Augen, wenn man ein Fläschchen Zedernöl offen im Kleiderschrank stehen hat.

Wenn man dann tatsächlich einmal ein Kleidungsstück mit Motten hat, oder ein Vintagestück erbt, von dem man nicht weiß ob es vielleicht von Motten befallen ist, sollten Sie sofort handeln! Die betroffene Kleidung sollte in einer Plastiktüte versiegelt werden und zumindest eine Woche im Gefrierscharnk aufbewahrt werden. Nur so können Sie sicher sein, dass alle Motten sowie die nicht sichtbaren Eier, unschädlich gemacht werden.

Frühjahr-/ Sommergarderobe & Bügeln

Nachdem nun ein Teil der Garderobe verstaut ist, sollten Sie einen Blick auf ihre neuen Sommerteile werfen – fehlt vielleicht ein Knopf oder  müssen sachen aufgebügelt werden? Gerade letzteres ist so eine Sache, denn Bügeln ist wirklich eine Kunst für sich. Abgesehen von (Maß)schneidern gibt es in Deutschland leider nur noch wenig qualifiziertes Bügelpersonal. In Hamburg vertraute ich für Mäntel und Sakkos immer auf die exzellenten Bügeldienste von Frau Harms. Hosen und Hemden bügeln Sie dagegen am besten selbst.

Generell würde ich davon absehen meine Sakkos und dem nächstbesten Änderungsschneider an der Ecke zu überlassen. Achten Sie darauf, dass alles von Hand gebügelt-,und eine Bügelsohle verwendet wird, sodass der Oberstoff nach dem Bügeln nicht unschön glänzt.

Nun wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Umstellen und Tragen Ihrer neuen Garderobe. Für Anregungen in der Frühjahrsmode sollten Sie sich unseren Frühlings-Outfits sowie unsere Frühlings-Accesoires anschauen.

 

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