Winterkleidung

Wintersportbekleidung damals und heute

Während manche im Dezember und Januar eher warme Gefilde aufsuchen, bevorzugen andere die Berge um dort dem Wintersport zu frönen.

In vergangenen Tagen legte man auch bei der praktischen Sportbekleidung Wert auf Eleganz. Heute ist das eher seltener Fall, was sicher zumindest teilweise auch an den angebotenen Größen sowie dem angebotenen Materialmix aus synthetischen Fasern liegt. Angefangen bei den Ski- oder Snowboardstiefeln, über die Socken, die Funktionsunterwäsche, Handschuhe, Mützen, Helmen und Brillen – alles besteht zumindest teilweise aus künstlichen Fasern. Gerade beim bei Temperaturen von -25 Grad und starkem Wind möchte ich jedoch meine moderne Jacke und Hose, die mit einer wind- und wasserdichten Membrane versehen sind, nicht missen. Ebenso ist ein Schutzhelm für mich auf den Pisten zum absoluten Muss geworden. Obowohl die Kleidung ihren Schutzzweck erfüllt, bleibt sie doch hinsichtlich der Eleganz hinter der Kleidung aus den 30er Jahren zurück. Hinzu kommt, dass viele heute ihre Funktionskleidung auch Abseits der Pisten tragen. So kommt es z.B. durchaus vor, dass auch in feineren Restaurants der Skistiefel unter dem weißen Tischtuch hervorschaut – elegante, abendliche Kleidung sucht man heute jedenfalls meist vergeblich.

Um 1930 steckten die synthetischen Fasern noch in den Kinderschuhen und natürliche Fasern wie Wolle waren sehr populär. Trotz der heutigen Vorherrschaft von Nylon et al. ist Wolle auch nach wie vor ideal für den Wintersport. Klättermusen, der schwedische Hersteller von Outdoorbekleidung für extreme Verhältnisse weißt z.B. darauf hin, dass Wolle zehnmal soviel Feuchtigkeit absobiert wie künstliche Fasern. Dies ist deshalb wichtig, da die Feuchtigkeit nicht so schnell nach außen transportiert werden kann, wie man schwitzt. Außerdem weist Wolle im Innern der Fasern Luftkammern auf, die einen selbst dann warm halten, wenn die Faser feucht ist.

Damals wie heute, stand neben der Eleganz vor allem die Praktikabilität der Wintersportbekleidung im Vordergrund. Nach den sportlichen Aktivitäten verlegte man den Fokus bei der Kleidung allerdings wieder auf die Eleganz. Das heißt nicht, dass jeder im Smoking dinnierte, jedoch wird in der Weihnachtsausgabe von Apparel Arts 1932 beschrieben, welche Garderobe der Herr während des Skiurlaubs dabei haben sollte:

Eine Kombination oder ein Anzug aus einer schweren, einreihigen Tweed Jacke sowie einem Paar schwerer Knickerbocker Hosen.

Ebenso wurde schwere Unterwäsche, ein oder zwei dicke Pullover oder Strickwesten sowie Handschuhe, Kniestrümpfe und ein Schal – jeweils aus Wolle – empfohlen. Der Kopf wurde von einer Woll- oder Pelzmütze warm gehalten und an den Füßen trug man schwere Winterstiefel aus robustem Leder. Was Mäntel anging, so trug man z.B. einen schweren Ulster oder ein Modell mit Pelzfutter. Mit dieser doch recht kleinen Garderobe war man für die Zeit zwischen dem Skifahren gewappnet.

In europäischen Winter Resorts wurden manchmal auch weiße oder cremeweiße Sakkos getragen, welche mit blauen Hosen kombiniert wurden.

Der Modetendenzbericht aus der Apparel Arts 1932 lautete wie folgt:

  1. Für den Skilanglauf empfahl man einen speziellen Anzug, bei welchem die Jacke an den Seiten enger gezogen werden konnte und auf der Brust große, praktische Taschen aufgebracht waren. Dazu passend wählte man die Hose sowie die Norwegerkappe. Für Schal und Socken wählte man dagegen eine Kontrastfarbe und die Fäustel im Bild weisen ein Norwegermuster auf.
  2. Die Skispringer hatten dagegen einen etwas anderen Anzug, welcher aus einer hochgeknöpften zweireihigen Jacke sowie einer am Saum verengten Hose bestand. Komplettiert wurde das Outfit von einem gelben Schal und ebenfalls gelben Strickhandschuhen sowie einer Norwegerkappe.
  3. Für die winterliche Jagd kleidete man den Herrn z.B. in einem braunen Harris Tweedanzug mit rotem Fensterkaro und Knickerbockerhosen. Ergänzt wurde das Ensemble durch eine braune Tweedmütze, einem burgundroten Pullover, ein gelb gepunkteten Schal, sowie schweren Wollsocken, Galoschen und Full Brogue Schuhen.
  4. Für die formellere rote Jagkleidung wurde der schwarze Mantel mit Pelzfutter und –kragen als de rigeur angesehen.
  5. Anscheinend konnte man das Ensemble aus einem grünen Tiroler Hut, einem dunkelgrünen Mantel mit Pelzfutter und Waschbärkragen sowie Breeches im Pepitamuster und Kniestrümpfen im Norwegermuster häufig in Orten wie St. Moritz, Chamonix oder Lake Placid antreffen.
  6. Für das Schlittschuhlaufen kleidete man den Gentleman in einer Art Norfolk Jacke in grau und passenden Knickerbockern. Der gelbe Rollkragenpullover wieß die gleiche Farbe wie die Handschuhe auf und zusammen mit den schweren Wollsocken gab man wohl eine sehr gute Figur auf dem Eis ab.

Das folgende Bild ist eine Art Collage von Robert. L Jacobson, bei welcher dieser auf Bilder von den Olympischen Winterspielen 1932 in Lake Placid zurückgriff.

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