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Der Panama Hut

Nach einem langen, recht kalten Winter sehnt sich vielleicht der ein oder andere nach den wärmeren Jahreszeiten. Sobald sich dann die ersten Sonnenstrahlen breit machen, greifen viele gerne ausschließlich zur Sonnenbrille, wobei ein sehr schönes Accessoire oft vergessen wird – der Panama Hut!

Ungeachtet seiner Bezeichnung hat dieser Strohhut unter dem Namen – sombrero de paja toquilla – seine Wurzeln seit jeher in Ecuador. Vielleicht der berühmteste Ort in Ecuador ist Montecristi, wobei heute die feinsten Panamas aus dem kleinen Ort Pilé stammen.

Die Qualität eines Panamas hängt zum einen vom verwendeten Stroh und zum anderen von der Webqualität ab. Das Stroh stammt von der Toquilla Palme. Je feiner, identischer und je gleichmäßiger die Farbe des verwendeten Strohs ist, desto besser. Die Webqualität hängt dagegen von der Gleichmäßigkeit der Knoten sowie von der Anzahl der Knoten je Flächeneinheit ab. Oftmals begegnen einem die „Qualitätsbezeichnungen“ „Montecristi fino“ oder „Montecristi superfino“. Das Problem dabei ist, dass dies keine geschützen Begriffe sind sondern leider sehr inflationär verwendet werden – ähnlich wie die Super Nummern bei Stoffen. Sehr viel verlässlicher ist dagegen die Knötchen je Flächeneinheit zu zählen. Je mehr Knötchen ein Hut hat, desto feiner ist seine Haptik. Natürlich steckt in einem solch feinen Hut vielmehr Arbeit als in einem weniger fein gewebten Panama und folglich sind die feineren Hüte teurer als die mit weniger Knötchen je Flächeneinheit. Die feinsten Hüte mit 2000 Knötchen je Quadrat-Zoll (und mehr) brauchen in ihrer Herstellung ca. 4-6 Monate. Es gibt nur noch zwei Handvoll Menschen, die einen so feinen Hut herstellen können. Deshalb werden sie meist speziell für den Kunden und dessen Kopfmaße angefertigt.Von manchen wird als weiteres Qualiätsmerkmal, die Anzahl der konzentrischen Kreise, der sogenannten „Vueltas“ herangezogen.  Dabei hält man den Panama Hut gegen die Sonne, und zählt die Kreise. Je mehr Kreise, desto höher die Qualität. In meinen Augen verlässlicher ist jedoch schlichtweg die Knöthchenanzahl je Flächeneinheit heranzuziehen.Für einen guten Alltagshut reichen auch die weninger fein gewebten Hüte von 350-400 Knötchen je Quadrat-Zoll schon vollkommen aus. Diese Hüte sind bedeutend feiner als die meisten Hüte, die man in Deutschland zu Gesicht bekommt, und schon für umgerechnet weniger als 70 EUR zu bekommen.

Bedenkt man, dass dieser Hut die Augen wirksam vor Sonneneinstrahlung schützt und den Träger meist zugleich weitaus eleganter erscheinen lässt als mit Sonnenbrille, stellt sich die Frage nach dem „Ob“  des Erwerbs eines Panamas nicht mehr, sondern nur noch nach dem „Wie“. Meist taucht er mit etwas breiterer Krempe und einem schwarzen Band auf. Das sollte aber nicht über die mannigfaltigen Formen, Bandfarben sowie Schweißbandkombinationen hinwegtäuschen. Anstatt eines glatten schwarzes Bandes, können Sie z.B. auch ein rotes gefältetes Band wählen, oder ein Schweißband aus Stoff anstatt aus dem üblichen Leder.

Auch der Form sind keine Grenzen gesetzt, wie Sie z.B. auf der Homepage von Brent Black sehen können.

Bevor Sie sich jedoch nun nach Panamahüten umsehen, kann ich Ihnen nur empfehlen sich diese dreiteilige, insgesamt ca. 30 minütige Dokumentation über den Panama Hut anzuschauen – sie ist wirklich sehenswert!

Persönlich habe ich sehr gute Erfahrungen mit Panamabob gemacht, der exzellente Hüte verkauft, und selbst einen Großteil des Jahres in Ecuador verbringt.

Für weitere Informationen bezüglich des Panama kann ich ebenso das englischsprachige  Buch – Panama: a legendary hat – von Martine Buchet und Laziz Hamani empfehlen, welches 2004 im Assouline Verlag erschien. ISBN: 2843236045.

 

 

4 Antworten
  1. Hutfan
    Hutfan says:

    Ein sehr spannender Artikel. Sehr erfreulich, dass Sie auf die Vielfalt der Panamahüte hinweisen. In europäischen Hutläden sieht man leider zu oft nur die weissen Hüte mit schwarzem Band.

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  1. […] Brioni! Diesen trägt er meist mit einem weißen Hemd, kontrastierender Krawatte und einem braunen Strohhut. Auch wenn es so scheint, als ob Avo stets den gleichen Anzug trägt, besitzt er doch tatsächlich […]

  2. […] leicht über den braunen Schuhen. Das helle Oberhemd kombiniert er mit einer Madraskrawatte, einem Panamahut sowie einer […]

  3. […] No. 3—Bedenkt man, dass nur noch wenig Hüte getragen werden, so sticht man auf, wie ich meine, elegante Weise mit einem grünen Snapbrim Haarhut schon aus der Masse heraus, ganz gleich ob man nun auch noch eine bunte Feder im Hutband hat oder nicht. Eine klassische Sommervariante hierzu wäre z.B. der Panama Hut. […]

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